Unterkünfte in Berlin : Im Dezember ziehen Flüchtlinge ins ICC

Zusätzlich sollen Flüchtlinge in zwei Hangars in Tempelhof unterkommen. Die Stadt sieht nicht genutzte Gewerbebauten auch weiterhin als Option für die Unterbringung.

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Im Dezember sollen Flüchtlinge ins Internationale Kongresszentrum ICC an der Messe einziehen. dpa
Im Dezember sollen Flüchtlinge ins Internationale Kongresszentrum ICC an der Messe einziehen.Foto: Paul Zinken/dpa

Zusammen mit zwei Hangars im stillgelegten Flughafengebäude Tempelhof soll das ICC spätestens Mitte Dezember zur Aufnahme von Flüchtlingen bereitstehen. Denn dann startet die Vorbereitung der Grünen Woche und dafür braucht die Messe die Halle 26 auf ihrem Gelände zurück, das Ende vergangener Woche die ersten Flüchtlinge aufnahm und schon heute voll belegt ist.

Doch auch die Nutzung von ICC und Tempelhof bedeutet keine Entspannung der Lage. Im September kamen 12.000 Flüchtlinge in die Stadt, „so viele wie im ganzen vergangenen Jahr“, sagt Regina Kneiding von der Senatsverwaltung für Soziales. Deshalb laufe die Suche nach „weiteren Großprojekten“ unverändert auf Hochtouren. Priorität haben große Immobilien, die schnell und mit vertretbarem Aufwand zur Unterbringung von Flüchtlingen aus Kriegsgebieten einsetzbar sind.

Dass nun auch zwei leere Werkhallen in Heiligensee und Marienfelde als Unterkunft im Senat diskutiert werden, bestätigte die Sozialverwaltung nicht. Allerdings seien nicht genutzte Gewerbebauten und Industrieareale angesichts der unverändert großen Zuwanderung durchaus eine Option, zumal der Bund das Planungsrecht gelockert habe, was deren Umnutzung erleichtere.

Die geheimnisvolle Welt des ICC in Berlin
Im März 2014 war Zapfenstreich im ICC. Die letzte Großveranstaltung und dann soll Schluss sein... Foto: Kai-Uwe HeinrichWeitere Bilder anzeigen
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14.07.2015 00:00Im März 2014 war Zapfenstreich im ICC. Die letzte Großveranstaltung und dann soll Schluss sein...

Dagegen warnte CDU-Fraktions-Vize Stefan Evers vor der damit drohenden „Blockade von Wirtschaftsstandorten“. Die einmal genutzten Flächen könnten bald zu Dauerprovisorien werden. Viele Grundeigentümer böten zurzeit ihre Gewerbeimmobilien als Flüchtlingsunterkünfte an.

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