• UNTERM ADLER: Thorsten Metzner über Dienstfahrten und eine Alterspräsidentin mit Witz

UNTERM ADLER : Thorsten Metzner über Dienstfahrten und eine Alterspräsidentin mit Witz

Selbst eigenen Genossen ist es nicht verborgen geblieben, dass Brandenburgs SPD-Regierungschef Matthias Platzeck nicht mehr so häufig wie früher im Lande unterwegs ist. Und viel weniger als sein Vorgänger Manfred Stolpe. Jetzt gibt es das sogar Schwarz auf Weiß:

325596_0_452c1abb.jpg
Foto: Thilo Rückeis

Versteckt in einer Antwort der Regierung auf eine parlamentarische Anfrage des CDU-Abgeordneten Sven Petke zum Kohlendioxidausstoß der Dienstwagen findet man die Jahresfahrleistung der Karossen 2009, immerhin ein Wahljahr. Danach fuhr der Justizminister-Audi – bis November Beate Blechinger (CDU), seit Rot-Rot Volkmar Schöneburg (Linke) – 61 000 Kilometer. Wirtschaftsminister Ulrich Junghanns (CDU) und sein Nachfolger Ralf Christoffers (Linke) brachten es auf 87 000 Kilometer. Der alte neue Bildungsminister Holger Rupprecht (SPD) kutschierte 71 000 Kilometer. Und Platzeck selbst, der seine Minister zum Ausschwärmen verdonnert? Nanu, die Jahresfahrleistung 2009 der gepanzerten Ministerpräsidenten-Limousine nimmt sich mit 41 700 Kilometern, rund 800 Kilometer pro Woche, erstaunlich bescheiden aus. Ein Beitrag zum Klimaschutz?

Die Landeshauptstadt Potsdam hat sich auch unter Parlamentariern den Ruf erarbeitet, den schlechtesten Winterdienst in Brandenburg zu haben. Kürzlich erwischte es etwa die SPD-Abgeordnete Sieglinde Heppener, mit 75 Jahren Alterspräsidentin des Hohen Hauses. Auf dem Weg vom Landtag zum Sozialministerium stürzte sie bei Glatteis, brach sich das linke Sprunggelenk und liegt seitdem im Potsdamer Bergmann-Klinikum. Sie ist inzwischen operiert, wieder guter Dinge – wozu auch das ungewöhnliche Umfeld beiträgt. Wer sie, wie jüngst Sozialminister Günter Baaske (SPD), besucht, muss nämlich auf die Geburtenstation: Sie liegt dort, da die Chirurgie wegen der vielen Eisunfallknochenbrüche überbelegt ist. Heppners fröhlicher Kommentar: „Nicht dass jemand denkt, die Niederkunft stünde kurz bevor“.

» Mehr lesen? Jetzt kostenfrei E-Paper testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben