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Thorsten Metzner über tierische und virtuelle Politikerstärken

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Sie hat ein Herz für kleine Hündchen: Barbara Richstein, Ex-Justizministerin und designierte CDU-Oberbürgermeisterkandidatin, setzte schon früher ihren süßen Jack-Russell-Terrier „Felix“ im Wahlkampf ein. Jetzt hat Felix sogar Gesellschaft bekommen. Richstein rettete „Gipsy“, eine junge Jack-Russell-Dame, aus einem Tierheim in Brandenburg an der Havel. Beide Hunde verstehen sich blendend, verriet Richstein: Zwar behalte Felix „wie immer die Oberhand“, doch teile er „großzügig seinen Sitzplatz im Auto und sogar sein Körbchen“. Nun ja, zur Gleichberechtigung gehört allerdings noch etwas: Richstein hat auf ihrer Website nämlich einen eigenen „Dog-Blog“, auf dem bisher allein Felix tierisch-politische Kommentare abgibt. Mal sehen, wann Gipsy zu Wort kommt.

Der Linke-Abgeordnete Peer Jürgens, Jahrgang 1980, ist ein unkonventioneller Typ. Als „Homo politicus“, wie er sich selbst beschreibt, ist er auch virtuell aktiv. Auf seiner Facebook-Seite veröffentlichte er jetzt einen Schnappschuss, den er bei den Brandenburger Grünen im Landtag machte: Ein Blumenkübel, mit völlig verwelkten Osterglocken – neben einem Grünen-Schild: „Wir machen den Landtag bunter!“ Der Kommentar: „In Wirklichkeit kommt nur Vertrocknetes raus.“ Aber auch die SPD, Rot-Rot hin oder her, bekommen ihr Fett weg. Auf seiner Homepage schreibt Jürgens, in der Koalition sei immer noch „Sand im Getriebe“. Zitat: „So läuft die Kommunikation noch nicht optimal, und an der Verlässlichkeit sollte unser Koalitionspartner auch noch arbeiten.“ Na dann.

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