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Thorsten Metzner über diskriminierende Bürgerbusse und Bushidos Pädagogik

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Brandenburgs neue Gleichstellungsbeauftragte Friederike Haase hat einen undankbaren Job. Streng achtet sie darauf, dass in Gesetzen und Verordnungen sprachliche Gleichberechtigung herrscht. So wurde das Infrastrukturministerium gerügt, weil im Entwurf des Nahverkehrsgesetzes (ÖPNV) „hauptsächlich das generische Maskulinum Anwendung findet.“ Bei der Suche war man nicht nur auf „Minister“, „Interessenvertreter“ und „Senioren“ gestoßen. Auch der diskriminierende „Bürgerbus“ darf nicht so heißen: „Die Vorschriften bieten keinen Ermessensspielraum.“ Jetzt muss der Entwurf überarbeitet werden.

Es erhitzt die Gemüter – das neue „Schülerbafög“, das Elftklässler aus armen Familien erhalten sollen. So zweifelt der Landesschülerrat, dass die 100 Euro pro Monat pädagogisch brav für Fachbücher und Museumsbesuche verwendet werden. Der Linke-Politiker Torsten Krause, mit 28 Jahren Vorsitzender des Bildungsausschusses, fand Argumente gegen die Bedenkenträgerei: „Ich glaube, dass ein glücklicher Schüler ein guter Schüler ist.“ Und zu umfassender Bildung gehörten auch Kino und Musik. So könne man in einem Konzert des Rappers „Bushido mehr über unsere Gesellschaft lernen als in der Schule“.

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