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Thorsten Metzner drückt den Beamten beim WM-Tipp-Spiel die Daumen

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Für Brandenburger Staatsdiener gibt es jetzt ein „interaktives webbasiertes WM-Tipp-Spiel“ - für den Dienstrechner. Verantwortlich für die Aktion, für die jetzt in einer Rundmail kräftig geworben wurde, ist das Ressort von Innenminister Rainer Speer (SPD). Dort hat man erkannt, dass die WM „für den überwiegenden Teil der Beschäftigten der Landesverwaltung von herausragendem Interesse“ ist. Nun soll es ja trotzdem Fußballmuffel und Rechnungsprüfer geben: Deshalb wird vorsorglich darauf hingewiesen, dass die Kosten unter 500 Euro liegen, somit geringer seien als die Herstellung von 500 Werbe-Kugelschreibern. „Das Tippspiel hat dafür aber einen größeren und nachhaltigeren Nutzen.“ Woher man das weiß? Dies sei, „bereits spürbar durch den Anstieg der Zugriffszahlen“. Wer weiß – vielleicht winkt dem Tipp-König ja ein Weihnachtsgeld, das Rot-Rot den Beamten gerade gestrichen hat?

Die Neuwahl des Bundespräsidenten ist kompliziert. Als man sich über das Prozedere vergewissern wollte, entdeckte ein Nicht-Jurist der Brandenburger Landtagsverwaltung einen Fehler im „33. Gesetz über die Wahl eines Bundespräsidenten durch die Bundesversammlung“ vom 25. April 1959. Dort steht, dass die Landtage die Wahl der Mitglieder der Bundesversammlung „unverzüglich“ vorzunehmen haben. Danach folgt eine Ausnahme, falls „am Tage der Bekanntmachung nach Absatz 1 Satz 3“ kein Landtag besteht. Doch die Stelle, auf die der Verweis zielt, hat gar nichts damit zu tun. Im Landtag war man mächtig stolz, den 51 Jahre alten Fehler entdeckt zu haben – und gleich nach Berlin melden zu können.

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