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Thorsten Metzner über fußballerische und protokollarische Probleme

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Er war mal Strafverteidiger und sammelt nun Pluspunkte bei Häftlingen: Justizminister Volkmar Schöneburg (Linke). Als er jüngst den Jugendknast in Königs Wusterhausen besuchte, erkundigte er sich, wann die Insassen in die Zellen weggeschlossen werden. Die Antwort, nämlich 20.30 Uhr, verblüffte ihn: „Wie machen Sie das jetzt mit der Fußball-WM?“ Tja, als er hörte, dass die Gefangenen die Abendspiele „wie schon bei der Europameisterschaft“ nicht gucken dürfen, sprach Schöneburg ein Machtwort: „Ich habe angeordnet, dass sie ab sofort die Abendspiele gucken dürfen". Allerdings verband er das mit Einschränkungen: Das gelte „nur für Spiele der deutschen Mannschaft“ und „nur für Insassen, die sich nichts zuschulden kommen lassen“.

Der Christdemokrat Sven Petke, Chef des Rechtsausschusses im Landtag, ist für seine spitze Zunge bekannt, und für die SPD ein rotes Tuch: Deshalb dringen die Genossen darauf, dass eine Petke-Äußerung aus der Februar-Sitzung des Ausschusses im Protokoll für die Nachwelt festgehalten wird. In einer hitzigen Debatte hatte Petke zum SPD-Mann Klaus Ness gesagt: „Ich ertrage Sie auch so: Das ist ja meine Aufgabe.“ Auf der jüngsten Sitzung ging es eine Viertelstunde hin und her, ob der Passus so auftaucht. „Wir wollen dokumentieren, dass er als Vorsitzender sein Amt nicht angemessen ausgeübt hat“, erklärte Ness. Petke wiederum legte Wert auf die Ergänzung, dass er auf eine Polemik von Ness gegen CDU-Generalsekretär Dieter Dombrowski reagierte. Als Kompromiss beschloss der Rechtsausschuss auf Antrag der Grünen, dass die Tonbandaufnahme von der Landtagsverwaltung abgeschrieben werden muss.

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