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Thorsten Metzner über gelbe Vielredner

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Brandenburgs Landtag verwaist, aber pünktlich zur Sommerpause hat die Landtagsverwaltung eine unerbittliche Statistik vorgelegt – über die Anzahl der Redebeiträge der Abgeordneten seit der Wahl im Herbst 2009. Und siehe da, einsamer Spitzenreiter ist Hans-Peter Goetz, der gerade zurückgetretene Fraktionschef der Liberalen, der zwar kein begnadeter Redner ist, aber 48 Mal ans Mikrofon trat, so oft wie niemand im Landtag. Wegen dieser Omnipräsenz mussten sich die liberalen Frauen begnügen, Marion Vogdt kam auf 15, die junge Linda Teuteberg auf 13 Beiträge. Nun heißt es zwar, ohne Fleiß kein Preis, aber manchmal ist zu viel eben zu viel. Man ahnt plötzlich, warum in der FDP-Fraktion der Frust über die alles an sich ziehende Nummer eins so groß geworden ist, dass Goetz am Ende nur der Rücktritt blieb. Dass es auch anders geht, demonstrieren die Grünen: Spitzenreiterin ist nicht der Chef, sondern Ursula Nonnemacher, einfache Abgeordnete, die mit 42 Redebeiträgen auf Platz zwei zwar hinter Goetz liegt, aber knapp vor CDU-Vizefraktionschef Sven Petke (41). Grünen-Fraktionschef Axel Vogel kommt auf 32 Auftritte. Wenn er was sagt, hört man ihm zu.

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