Berlin : UNTERM ADLER

Michael Mara

wundert sich über eigenartige Geschenke für Minister Was schenkt man Politikern zu wichtigen Anlässen? So richtig weiß das anscheinend niemand, wie sich jetzt bei der Renovierung des Büros von Verkehrsminister Frank Szymanski (SPD) herausstellte. In den Schränken stapelten sich merkwürdige Geschenke, die Szymanskis Vorgänger Hartmut Meyer und Jochen Wolf erhalten haben: Zum Beispiel eine Plexiglasplatte mit Teilen einer sowjetischen Boden-Luft-Rakete, die die Russen wohl bei ihrem Abzug 1994 überreicht haben. Von wem aber das Paar schicker italienischer Gummistiefel stammt, kann niemand mehr rekonstruieren. Ein Buch trägt den anzüglichen Titel „Wie Sie nach dem 50. Geburtstag Ihr Sexualleben gestalten“. Der Inhalt ist allerdings deprimierend – alle Seiten sind leer. Außerdem gibt es bunte Teller, Wappen, Bücher. Anzufangen weiß man mit dem Krimskrams im Ministerium nichts, deshalb kommen die seit 1990 angehäuften Geschenke jetzt in eine Kiste in die Abstellkammer.

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Neuerdings steht Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) im Dienst unter weiblichem Schutz. Zu seinen Leibwächtern gehört jetzt eine Frau. Brandenburgs erste Personenschützerin – sie kommt aus der Polizei und wurde speziell ausgebildet – ist jung, attraktiv und durchtrainiert. Platzeck habe da aber keinen Einfluss genommen, versichern Eingeweihte. Die dunkelhaarige Frau wird nicht geschont. Bei der Sommertour Platzecks am Donnerstag durch den Spreewald fuhr ein Kollege den Wagen – sie musste zwölf Kilometer mit dem Regierungschef radeln. Platzeck wird das Privileg eines weibliches Leibwächters allerdings nicht lange exklusiv haben: Auch Innenminister Jörg Schönbohm (CDU) bekommt bald eine Personenschützerin: Sie ist schon eingestellt, trat ihren Dienst aber wegen einer Verletzung bisher nicht an. In der Landesregierung ist man nun gespannt, welche der beiden Damen „Miss Bodyguard“ wird.

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