Berlin : UNTERM ADLER

Michael Mara

Wenn am Freitag der Koalitionsausschuss zusammenkommt, dann in „nüchterner Arbeitsatmosphäre“, wie CDU-Generalsekretär Sven Petke sagt, „dem Ernst der Angelegenheit angemessen“. Die Angelegenheit ist der „Umgangsstil“ in der Koalition: Nachdem sich die SPD über Äußerungen des Innenministers Jörg Schönbohm (CDU) zum Fall des in Potsdam halbtot geschlagenen Ermyas M. und über die Opfer des sowjetischen Speziallagers im KZ Sachsenhausen aufgeregt hatte, regte sich die CDU darüber auf, dass die SPD ihre Aufregung öffentlich machte, statt erst mal mit Schönbohm zu reden. Also: man ist beiderseits ergrimmt, und deshalb werde am Freitag „nicht beim Italiener geschlemmt“, wie Petke sagt. Die CDU hat als Ort das Seminaris-Hotel ausgewählt. Knapper Kommentar von SPD-Fraktionschef Günter Baaske: „Wir zahlen abwechselnd, die CDU ist dran.“

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Keine Extrawurst für die von der PDS zur SPD gekommene Landtagsabgeordnete Esther Schröder: Die Vize-Chefin der Landtagsfraktion, die ihre Genossen gerade mit einer Fundamental-Kritik an der Diäten-Reform genervt hat, wollte ihren Partei-Unterbezirk wechseln. Von Potsdam, wo sie wohnt und Mitglied ist, nach Teltow-Fläming, wo sie in ihrer Geburtsstadt Luckenwalde ein Wahlkreisbüro eröffnet hat. Dabei ist ihr Landtagswahlkreis eigentlich Oberspreewald-Lausitz. In der Partei munkelt man, dass Schröder 2009 in Teltow-Fläming antreten will. Doch die Potsdamer SPD klärte Schröder darüber auf, dass die SPD nach dem Wohnort-Prinzip organisiert ist. Zugleich sprach der Vorstand auch einen leisen Tadel aus: Schröder habe die Betreuung ihres Wahlkreises Oberspreewald- Lausitz aufgegeben zugunsten einer Tätigkeit in Luckenwalde. „Es kann aber nichts ins Belieben einer Landtagsabgeordneten gestellt werden, welchen Wahlkreis sie betreuen möchte.“

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Die gut 100 Gäste auf dem Spargelhof in Klaistow, dem größten weit und breit, registrierten sofort, wer da mitten unter ihnen im Gastronomiezelt frisch gestochenen Spargel genoss: Bundespräsident Horst Köhler mit Gattin Eva. Es wurde Spargel satt serviert, dazu Schnitzel und Fisch, was den beiden offensichtlich mundete. Als die hochkarätigen Gäste gegangen waren, musste Hausherr Ernst-August Winkelmann neugierige Fragen beantworten, wie sein Hof denn zu dieser Ehre gekommen sei. Ganz unspektakulär, erzählte Winkelmann: Er habe am Tage vorher einen kurzen Anruf erhalten, dass der Bundespräsident zum Spargelessen kommen werde. Allerdings, so gestand Winkelmann, habe er zunächst gezweifelt, ob sich nicht jemand einen Scherz erlaubt hat.

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