Berlin : Untermieter in der Bremer Landesvertretung

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Für Kerstin Kießler, die Bremer Bevollmächtigte beim Bund, war es erst die fünfte RolandRunde, zu der sie jüngst einlud. Insgesamt sind es schon 45, die scheinbar tout Berlin in das rote Gebäude der Landesvertretung Bremen in der Hiroshimastraße in Tiergarten lockten. Dass es die bekannte Güte der Büfetts und Getränke ist, für die der hauseigene Küchenchef, der Thüringer Harald Kießling sorgt, den die Bremer dem Berliner „Albrechtshof“ abwarben, soll hier nicht behauptet werden. Obwohl es schon beachtlich ist, was da auf die Teller gehäuft wird. Beachtlich ist aber auch fast immer das Thema der Roland-Runden. „Handeln, bevor etwas passiert“ hieß es jetzt. Gemeint war nicht die fatale Lage Berlins, da hätte man eher handeln müssen – seitens der Berliner. Nein, es ging um Menschen in Seenot. Und dabei auch um die, die diese retten. In der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) sind diese tätig – seit 1865 gibt es diese Bürgerinitiative mit Sitz in Bremen, wie deren stellvertretender Vorsitzender, Michael Grobien, berichtete. Seit Gründung wurden über 68 000 Menschen vor dem nassen Tod gerettet. Allein im Vorjahr waren es 207, die ihr Leben den 700 freiwilligen und 180 „festen“ Rettern verdanken. Auch der Flotte von 61 Rettungsschiffen. Ein neuer Seenotkreuzer soll jetzt gebaut werden – wie alles bei der DGzRS ohne staatlichen Zuschüsse. Auf stolze 16,7 Millionen Euro haben es die Retter aus Seenot in ihrem Bestehen immerhin schon gebracht. Wer mehr über den neuen Seenotkreuzer mit der internen Baunummer „SK 29“ und die Arbeit des DGzRS wissen möchte: Postfach 106 340 in 28 063 Bremen. Und in Berlin an der Adresse, die auch die Bremer haben. Die haben in der Hiroshimastraße 24 „untervermietet“. hema

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