Unternehmen : Radikaler Bürokratieabbau gefordert

Führende Berliner Unternehmer fordern die Politiker der Stadt zu mehr Einsatz für die mittelständischen Betriebe auf. In einer Umfrage forderten die Manager, den Bürokratieabbau zu verschärfen und Schwarzarbeit zu bekämpfen.

Berlin - Zu der Umfrage der "Berliner Zeitung" sagte der Berliner Siemens-Chef Gerd von Brandenstein: "Berlin braucht trotz knapper Kassen Investitionen, die die Wirtschaft ankurbeln." Holger Hatje, Vorstandschef der Berliner Volksbank, betonte: "Für uns zählt einzig und allein, dass der künftige Senat den Berliner Unternehmen mehr Stimme und Gewicht in der politischen Tagesarbeit gibt." IHK-Hauptgeschäftsführer Jan Eder sieht zwar einen Aufwärtstrend der Berliner Wirtschaft. Völlig inakzeptabel sei aber die bisherige Weigerung der Koalition, die Wassertarife zu Gunsten der Großverbraucher zu reformieren. "Ein dickes Brett muss der neue Senat bohren: Berlin braucht eine transparente und effiziente einstufige Verwaltung", sagte Eder der Zeitung.

Thomas Dohmen, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer, sagte, er erwarte vom künftigen Senat eine stärkere Fokussierung auf die mittelständischen Unternehmen. Eine angemessene Beteiligung der regionalen Wirtschaft an Bau und Ausbau des Flughafens Schönefeld wird zum Prüfstein werden", sagte Dohmen.

Aggressives Klinkenputzen für Berliner Wirtschaft

Peter Dussmann, Eigentümer und Aufsichtsratschef der Dussmann-Gruppe, kritisierte, dem derzeitigen Senat sei es nur sehr unzureichend gelungen, Unternehmensansiedlungen nach Berlin zu holen. Die Wirtschaftspolitik müsse zur Chefsache des Regierenden Bürgermeisters erklärt werden. "Landespolitiker und Beamte sollten international aggressiver Klinken putzen und für die Ansiedlung in Berlin werben", forderte Dussmann.

Christian Amsinck, Geschäftsführer der Vereinigung der Unternehmensverbände Berlin-Brandenburg sagte: "Der Senat und alle Ämter dieser Stadt kommen nicht umhin, sich mehr um die bestehenden Firmen und potenzielle Investoren zu kümmern." Jeder, der in der Stadt Geld investiert, müsse das Gefühl haben, dass er auch willkommen sei. (tso/ddp)

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