Berlin : Unternehmer, die was für alle unternehmen

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Fegen bringt Segen das weiß Berlin spätestens seit dem Tag, als Peter Dussmann eine Millionenspende für die Staatsoper machte. Dem Unternehmer gehört eine der größten Dienstleistungsfirmen Deutschlands, die ihr Geld mit reinemachen, hausmeistern, bewachen, Kranke und Alte pflegen macht. Offenbar ist die Branche aufs Helfen abonniert, denn noch zwei andere Unternehmer machen durch Einsatz für die Allgemeinheit von sich reden: Hartwig Piepenbrock und Werner Gegenbauer . Der 65-jährige Piepenbrock ist wie Dussmann bekannt als Kunstmäzen und hat einen der höchstdotierten Kunstpreise Europas gestiftet: den „Piepenbrock Preis für Skulptur“, der alle zwei Jahre vergeben wird. Der Sieger kann sich über 50 000 Euro, eine Ausstellung im Hamburger Bahnhof und eine Gastprofessur an der Universität der Künste freuen. Diese hat dem Unternehmer im vorigen Jahr die Ehrendoktorwürde verliehen – für sein außergewöhnliches Engagement bei der Förderung von Kunst und Kultur.

Auch Werner Gegenbauer, der im vorigen Jahr 77 Prozent des Familienunternehmens verkaufte, ist ein Mann der Kultur. Der 52-Jährige sitzt zum Beispiel in den Förderkreisen der Deutschen Oper (wie Piepenbrock) und des Hebbel-Theaters, in den Fördervereinen für die Freie Universität und die Kunsthochschule Weißensee und als Vize-Chef im Aufsichtsrat von Hertha BSC. In erster Linie ist er aber Präsident der Industrie- und Handelskammer – ein ehrenamtlicher Job. Dann und wann greift er auch mal ins Portemonnaie und spendet – wie kürzlich während des Berliner Presseballs, auf dem er ein Wochenende mit Udo Lindenberg ersteigerte. Allerdings ließ er offen, ob er die Zeit auch wirklich mit dem Sänger verbringen will. Bei allem Respekt für Lindenberg, so hieß es, Gegenbauer sei es vor allem auf den guten Zweck angekommen.

Und wie kommt’s, dass ausgerechnet drei Dienstleistungsunternehmer von sich reden machen? Wollen sie das Ansehen der Putzbranche aufpolieren? Bei Piepenbrock ist es vor allem eine Frage der Unternehmenskultur: „Jeder, der über freie Mittel verfügt, sollte versuchen, einen Teil für kulturelle oder karitative Einrichtungen zu spenden.“ Auch für Dussmann spielt das Image kaum eine Rolle. Es gebe auch keine Sponsoring-Strategie. Und wäre da eine, dann müsste das Dussmann-Logo überall in der Staatsoper prangen. Vielmehr fördert der 64-Jährige konkrete Projekte. Bei ihm kann man übrigens sehen, wie wichtig eine frühzeitige Prägung ist: Dussmann war 1959 mit einer Jugendgruppe aus Westdeutschland zu Besuch im geteilten Berlin, besuchte hier zum ersten Mal eine Opernaufführung – in der Staatsoper. ling

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