Unterricht einmal anders : Merkel auf dem Stundenplan

Die Kanzlerin und Kabinettsmitglieder diskutierten gestern mit Schülern die Zukunft der Europäischen Union.

Merkel besucht Schule zum EU-Projekttag
Politikunterricht aus erster Hand: Bundeskanzlerin Angela Merkel -Foto: dpa

Auf dem Schulhof des Bertha-von-Suttner-Gymnasiums war mächtig was los. Auch auf den Treppen und Fluren wurde gedrängelt. Aber wann schaut auch schon mal die Kanzlerin persönlich vorbei? "Ist denn gerade Pause?“ fragte Angela Merkel, als sie am Schulgebäude an der Reginhardstraße eintraf. "Hier liegt ja der ganze Schulbetrieb lahm.“

Die Bundeskanzlerin war nach Reinickendorf gekommen, um bei Schülern für den europäischen Gedanken zu werben. Anlass war der zweite bundesweite EU-Projekttag. Eine Stunde lang ließ sie sich befragen. "Das Wissen über und auch das Interesse an Europa ist sehr groß“, sagte die Kanzlerin hinterher. Und Austauschprojekte wie das Comenius-Programm der EU böten die Möglichkeit, "Europa wirklich zu erleben und nicht nur theoretisch darüber zu diskutieren“.

Auch andere Minister und Abgeordnete brachten gestern an Schulen im ganzen Land Europa auf den Stundenplan. So warb Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) bei Schülern des Saldern-Gymnasiums in Brandenburg an der Havel für die europäische Einigung. Wichtig seien Solidarität und Zusammenarbeit, sagte Steinmeier. Deutschland habe im Zweiten Weltkrieg viel Leid über Europa gebracht. "Dieses Leid ist Verpflichtung bis heute.“

Innenminister Wolfgang Schäuble (CDU) fuhr zum Potsdamer Hermann-von-Helmholtz-Gymnasium und diskutierte mit rund 60 Schülern. "Europäische Einigung ist mehr Freiheit, aber nicht weniger Sicherheit“, sagte er. "Wir machen aus Europa aber keine Festung.“

Bildungsministerin Annette Schavan (CDU) besuchte die jüdische Heinz-Galinski-Grundschule in Eichkamp. Bei deren Projektwoche ging es jedoch nicht um Europa, sondern um das 60-jährige Bestehen Israels. Schavan würdigte die Schule als ein "herausragendes Beispiel für gelungene Integration“. Sie zeige, dass es keinen Zusammenhang gebe zwischen schlechter Bildung und Migrationshintergrund. Viele Kinder russischer Einwanderer lernen dort – und Hebräisch pauken die Kinder schon ab der ersten Klasse. Spielerisch. höh/ddp

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