Berlin : Unterricht für Eltern

Seminare sollen Probleme der Kinder verdeutlichen

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Wie war das noch? Hausaufgaben, Prüfungen, Ärger mit Lehrern? Damit Eltern sich besser mit den Schulproblemen ihrer Kinder umgehen können, gibt nach den Herbstferien an 15 Berliner Schulen Seminare für Eltern. Geleitet werden die von Lehrern, die sich freiwillig gemeldet haben und dafür fortgebildet wurden.

In der Nikolaus-August-Otto-Oberschule in Lichterfelde verlieh Bildungssenator Klaus Böger (SPD) gestern den 21 frisch geschulten Kursleitern von 13 Berliner Hauptschulen, einer Gesamt- und einer Grundschule die Ausbildungszertifikate. Böger begrüßt das „pädagogische Neuland“ als „Einladung an alle Eltern, die ihrem Kind helfen wollen, die Bildungschancen unseres Schulsystems zu nutzen“. Die Nikolaus-August-Otto- Oberschule gilt als Vorbild für das einzigartige Pilotprojekt. Hier gibt es bereits seit drei Jahren Elternseminare, allerdings verpflichtend, seit diesem Schuljahr sogar für beide Elternteile. Mit großem Erfolg: Die Anmeldezahlen der Hauptschule sind seitdem gestiegen. Die Eltern sind positiv überrascht. „Natürlich kann man die Erziehung nicht von heute auf morgen verändern, aber man bekommt gute Denkanstöße“, sagt Marion Siebert, deren 13-jähriger Sohn Markus hier zur Schule geht. „In Konfliktsituationen habe ich plötzlich ganz anders auf meinen Sohn reagiert.“ Um Schülern aus anderen Kulturkreisen gerecht zu werden, ist auch ein Lehrer arabischer Herkunft dabei: Simon Yonan von der Breitscheid-Schule. Er sagte zu Böger, dass allein mit den Kursen ist nicht alles „automatisch heile Welt“ sei. Und warb für mehr Austausch mit Schulen, die einen hohen Migrantenanteil haben. sast

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