Berlin : Unterrichtsausfall: 60 neue Lehrer eingestellt

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In den nächsten drei bis sechs Wochen werden 60 neue Lehrer eingestellt. Dies teilte Landesschulamtsleiter Ludger Pieper gestern auf Anfrage mit. Die "schlimmsten Fälle" von Unterrichtsausfall könnten damit behoben werden. Er konnte allerdings nicht sagen, wie viele Schulen zurzeit unter Personalmangel leiden. Die endgültigen Zahlen lägen erst im November vor.

Schon jetzt zeichnet sich allerdings ab, dass die von Schulsenator Klaus Böger (SPD) angegebene Lehrerausstattung von 105 Prozent vielerorts nicht vorhanden ist. Die von den Schulen per 22. September ermittelten Zahlen wurden inzwischen in den einzelnen Bezirken zusammengetragen. Dem Tagesspiegel liegen die ersten Daten vor.

Besonders dramatisch sieht es demnach in Neukölln aus. Hier erreicht von 37 Grundschulen kaum eine das Ziel von 105 Prozent. 15 liegen sogar unter 100 Prozent, drei bei 90 Prozent oder noch drunter. Bei den Sonderschulen ist es noch schlimmer. Die 1. Sonderschule gibt eine Lehrerversorgung von 73 Prozent an, die übrigen haben rund 95 Prozent, nur eine schafft 100 Prozent, hat auch damit also keinerlei Reserven für Erkrankungen, Klassenreisen oder Wandertage. Auch die meisten Gesamtschulen quälen sich mit einer Ausstattung von meist unter 100 Prozent dahin. Der traurige "Rekord" liegt hier bei 86 Prozent.

Auch Mitte kann von der fünfprozentigen Vertretungsreserve nur träumen. Alle Schultypen kommen im Schnitt auf 100 Prozent, wobei die Grundschulen aufgrund des Schülerschwunds mit 102,5 Prozent noch ganz gut dastehen, während es an den Sonderschulen nur 92 Prozent sind. Damit fehlen ihnen Woche für Woche knapp 90 Stunden, selbst wenn alle Lehrer an Bord sind.

Ähnliche Zahlen gelten auch für Wedding und Weißensee. Die GEW schließt daraus, dass Böger "hinter seine Versprechungen zurückfällt", so Sprecherin Sigrid Baumgardt.

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