Berlin : Unterrichtsausfall: CDU fordert von Lehrern Flexibilität

Sabine Beikler

Die Verringerung des Unterrichtsausfalls an Berliner Schulen hat für Stefan Schlede, schulpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion im Abgeordnetenhaus, zum Schuljahresbeginn 2000 / 2001 absolute Priorität. Die Ausfallquote von 4,8 Prozent bezeichnete Schlede gestern im Vergleich zur Vorjahresquote von 3,5 Prozent als "Katastrophe". Lehrer müssten bereit sein, sich an andere Schulen umsetzen zu lassen, wenn es notwendig ist. Trotz der um eine Stunde erhöhten Lehrerarbeitsstundenzahl pro Woche bleibe die Personaldecke sehr dünn. Schlede sagte, dass auch Referendare, pensionierte Lehrer oder Lehramtsstudenten in höheren Semestern eingesetzt werden könnten, um Unterrichtsausfälle zu verhindern.

Die im Haushaltsplanentwurf 2001 vorgesehenen pauschalen Minderausgaben in Höhe von 42 Millionen Mark im Schulbereich will Schlede verhindern und dies in seiner Fraktion mehrheitsfähig machen. Wenngleich der Schulbereich von den so genannten dezidierten Sparmaßnahmen ausgenommen wurde, nannte Schlede die geplante Kürzung der Zuschüsse für Privatschulen von 97 auf 95 Prozent ein "Stück aus dem Tollhaus". Diese Einsparungen von 8,4 Millionen Mark gefährdeten den Bestand der Privatschulen, die laut Koalitionsvereinbarung eine wichtige Ergänzung des schulischen Angebotes in Berlin darstellen.

Die Auseinandersetzung über den Umgang mit der Islamischen Föderation, die vor dem Bundesverwaltungsgericht einen Anspruch auf Erteilung von Religionsunterricht erwirkt hatte, bezeichnete Schlede als "längst ausdiskutiert". Die SPD befinde sich in einem "exotischen Zustand", wenn sie jetzt auf Zeit spiele und darauf warte, mit welchem Ergebnis die Gespräche der Föderation mit den Aleviten über einen gemeinsam durchgeführten Religionsunterricht endeten. Schlede forderte die schnellstmögliche Einführung der Wahlpflichtschiene Religion-Ethik / Philosophie, wie es in anderen Bundesländern bereits praktiziert werde.

Positiv bewertete Schlede das Urteil des Berliner Verwaltungsgerichtes über die Rechtmäßigkeit der Grundschulgutachten. Sie seien lediglich Empfehlungen. Stattdessen sollten vergleichende Tests in verschiedenen Jahrgangsstufen und Sprachtests für Schüler mit nichtdeutscher Herkunftssprache beim Übergang in Oberschulen eingeführt werden.

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