Untersuchungsausschuss : Spreedreieck-Investor beschuldigt Bahn

"Nachlässigkeit der Bahn, Klagen von Nachbarn, falsche Grundstückszuordnungen": Im Spreedreieck-Untersuchungsausschuss gibt der Hamburger Investor Harm Müller-Spreer anderen die Schuld für Mängel in der Bebauung des Areals.

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Die öffentliche Hand könnte Millionen an dem Verkauf des Areals verloren haben. -Foto: ddp

Vor dem Untersuchungsausschuss des Abgeordnetenhauses zum Thema sagte er am Freitag, die Bahn habe bis zum Vertragsabschluss Ende 2000 zwischen ihm und dem Land "ausreichend Zeit gehabt", sich mit den Plänen für das Areal zu beschäftigen, aber nie Ansprüche angemeldet. Um so mehr habe er sich über spätere Einwände des Konzerns gewundert.

Der Ausschuss will klären, ob der öffentlichen Hand durch die Vorgänge Millionenschäden entstanden sind. Ein unter Verschluss gehaltener Bericht des Landesrechnungshofs geht von einer Belastung Berlins in Höhe von 8,9 Millionen Euro aus. Der Ausschuss untersucht vor allem einen Zusatzvertrag zwischen Land und Investor vom November 2004. Dieser hatte Müller-Spreer eine höhere Bebauung, Zusatzflächen auf dem Vorplatz des Bahnhofs Friedrichstraße und eine Rückzahlung von 8,7 Millionen Euro netto gewährt. Dazu sagte Müller-Spreer, dieser Betrag sei "auf Vorschlag des Landes Berlin entstanden".

Allerdings habe er privat im Laufe des mehrjährigen Verhandlungs- und Planungszeitraumes einen weit höheren Schaden als besagte 8,7 Millionen Euro gehabt, betonte Müller-Spreer. "Nachlässigkeit der Bahn, Klagen von Nachbarn, falsche Grundstückszuordnungen - 95 Prozent der Projektentwickler dieser Stadt wären weggerannt. Wäre ich vom Kaufvertrag zurückgetreten, wären leicht über 50 Millionen Euro auf das Land zugekommen. Oder sehr viel mehr." Fehler gemacht hätten alle Beteiligten, es sei niemand persönlich zur Verantwortung zu ziehen. Noch heute verhandle er jedoch mit der Bahn wegen Zugängen und Tunneln am Grundstück, sagte Müller-Spreer. Die “Schuld“ an der jetzigen Gestalt des Büro-Gebäudes auf dem Spreedreieck habe aber eher der frühere Senatsbaudirektor Hans Stimmann gehabt. (ho/ddp)

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