Berlin : Unterwäsche und röhrende Hirsche

Was junge Modedesigner im Advent anbieten

Grit Thönnissen

Wer mal so richtig viele Designer auf einem Haufen erleben will, der sollte am Sonnabend in die Almstadtstraße 7 in Mitte gehen. Im Atelier der beiden Labels Ro-Bert und VonWedel&Tiedeken reichen Vertreterinnen der jungen Modeszene nicht nur Glühwein und Lebkuchen, sondern auch Kleidungsstücke und Accessoires der aktuellen und vergangenen Saison zu Sonderpreisen. Mit dabei sind Esther Perbandt, zu deren Fans auch Altmodel Veruschka von Lehndorff gehört, Stefanie Franizius, das Designerquartett Pulver und Bernadett Penkov, die im Oktober den Modenachwuchspreis „Fashion Debut“ gewonnen hat.

Diese sechs Labels sind nicht die einzigen, die am kommenden Wochenende ihre Kollektionen präsentieren. Man könnte meinen, Berlins Designer hätten sich abgesprochen. Die Absolventen der Modeklasse von Vivienne Westwood etwa, Ulrike Seidel und Ramiro Calerdón, laden am Sonntag zum Adventsshopping in ihr Atelier in der Glogauer Straße 6 ein. Unter dem Namen Miroïke entwerfen sie Stiefel aus weichem Leder, große Ponchos und delikat gewickelte Kleider.

In den weitläufigen Räumen von Showrespect in der Seydelstraße 33 arbeiten ebenfalls Modefachleute – allerdings solche, die mit fertiger Kleidung Handel treiben. Zum Ende des Jahres schließt die Agentur, die vor allem Mode aus Skandinavien im Angebot hat. Deshalb passt auch das Motto „Last Dance“, unter dem hier noch bis zum 17. Dezember günstig Kleidung von Paul Smith, Nanso, Baum und Pferdgarten, aber auch von den Berlinern Herz&Stöhr, Presque Fini und Respectmen verkauft wird.

Auch Jaqueline Huste hat befreundete Designer und deren Produkte um sich versammelt: In ihrer Ladenwohnung im ersten Stock in der Max-Beer-Straße 6 bekommt man neben Wollmänteln und Unterwäsche auch Grußkarten mit röhrenden Hirschen drauf. Die gut gekleideten Menschen, die sich um die Keksteller scharen, kann man getrost ansprechen: Sie gehören bestimmt auf die eine oder andere Weise zur Berliner Designerszene und können Auskunft geben, was es zum Beispiel mit den Hirschpostkarten auf sich hat und ob sich die Urheber vielleicht sogar im Raum befinden. Und wer gar nicht vorhat, in diesem Jahr noch Geld auszugeben, kann einfach auf Entdeckungstour gehen und sich darüber informieren, wie es so ist, als Designer in Berlin zu arbeiten.

Sales in Mitte: In der Almstadtstr. 7: Sa. 16-21 Uhr; im Last Dance (Seydelstr. 33): bis 17.12. Do.-So. 12-20 Uhr, im Wolfen (Max-Beer-Str. 6): noch bis So. 14-20 Uhr; Sale in Kreuzberg: Miroïke (Glogauer Str. 6), zweiter Hof: So. 14-20 Uhr.

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