Unterwelten-Verein : Neue Führung durch Fichtebunker

Die Aktiven des Vereins „Berliner Unterwelten“ haben Grund zum Feiern: Am Wochenende erwarteten sie den millionsten Besucher seit 1997 bei ihren Führungen durch Berliner Bunker, verlassene U-Bahntunnel und andere Bauten im „Bauch der Stadt“.

Außerdem laden sie jetzt zu einem neuen Rundgang durch den Bunker an der Fichtestraße in Kreuzberg ein, den sie im Inneren gerade dafür hergerichtet haben. Und schließlich hat der Verein gemeinsam mit der Technischen Universität (TU) ein neues Buch über die 130-jährige Geschichte dieses Bauwerkes veröffentlicht.

Denn der spätere Weltkriegsbunker war ursprünglich ein Gasometer, seine diversen Wandlungen bis heute spiegeln wichtige Kapitel der Berliner Geschichte wieder. Das Gebäude diente ab 1884 zur Gasversorgung, aus dieser Zeit stammt seine außergewöhnliche, bis heute erhaltene runde Form. Im Weltkrieg wurde es zur Mutter-Kind-Luftschutzanlage umgebaut. Später, im Kalten Krieg, lagerte hier die Senatsreserve, der Bunker war Durchgangslager für DDR-Flüchtlinge und Obdachlosenasyl. Daraufhin folgten viele Pläne für das alte Bauwerk – vom Jugendhotel bis zur Champignonzucht. 2007 baute man dann zwölf exklusive Wohnungen auf den Fichtebunker.

Führungen Sonnabend und Sonntag, 13 und 15 Uhr sowie donnerstags, 16 Uhr. Telefon: 499105-17, www.berliner-unterwelte.de. Das Buch heißt „Geschichtsspeicher Fichtebunker“, Edition Berliner Unterwelten, 9,90 Euro. cve

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben