Berlin : Untreue im alternativen Netzwerk Hat Ex-Abgeordneter 136 000 Euro kassiert?

Sabine Beikler

Im „Netzwerk Selbsthilfe“ ist offenbar etwas passiert, was niemand der Mitglieder für möglich gehalten hat: Ein ehemaliges Vorstandsmitglied soll über Jahre Gelder veruntreut haben – ausgerechnet in einem Verein, der sich nur durch Spenden und Mitgliedsbeiträge trägt und der seit 1978 mit seinem politischen Förderfonds zu einer der wichtigsten Institutionen in der alternativen Szene geworden ist. Der ehemalige Mitarbeiter ist auch nicht unbekannt: Nach einem Schreiben des Netzwerks, das dem Tagesspiegel vorliegt, handelt es sich um Peter F., früheres Mitglied der ersten Fraktion der Alternativen Liste (AL) im Abgeordnetenhaus zwischen 1981 und 1983. Der Gesamtschaden der Veruntreuung soll sich auf rund 136 000 Euro belaufen. Das bestätigte Ernesto Mapache, Vorstandsmitglied des Netzwerks.

Peter F., der für eine Stellungnahme nicht zu erreichen war, soll seit 1998 „im erheblichen Umfang“, schreibt der Verein, beim Netzwerk Selbsthilfe rund 60 000 Euro und beim Internationalen Treffpunkt Berlin e.V. (ITB), in dem das Netzwerk als Institution im Vorstand ist, noch einmal rund 76 000 Euro veruntreut haben. Das frühere AL-Mitglied hat sich nach Vereinsangaben selbst angezeigt und ein notarielles Schuldanerkenntnis unterschrieben.

Netzwerk wird ausschließlich durch 600 Mitglieder getragen. Der Verein unterstützt politische Initiativen organisatorisch und finanziell.

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