Unwetter : "Anspruchsvolle Nacht"

Wegen starker Regenfälle und Gewitter mussten die Feuerwehren aus Berlin und Brandenburg in der vergangenen Nacht mehrere hundert Mal ausrücken. Es gab zahlreiche Wasserschäden, unter anderem im Alliierten-Museum in Berlin-Zehlendorf.

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Schwere Gewitter: Wieder einmal krachte es über Berlin. -Foto: ddp

Berlin/PotsdamEin ausgedehntes Regengebiet und heftige Gewitter haben die Berliner Feuerwehr in der Nacht zum Samstag in Atem gehalten. Zwischen 1:20 Uhr und 6 Uhr sei der Ausnahmezustand ausgerufen worden, teilte die Berliner Feuerwehr mit. Neben überfluteter Straßenabschnitte seien immer wieder voll gelaufene Keller gemeldet worden. Die Aufräumarbeiten sollten bis in die Nachmittagsstunden andauern. In Berlin-Dahlem war innerhalb einer Stunde mehr als Hälfte der monatlichen Niederschlagsmenge gefallen. Am Abend sollte es weitere Schauer geben.

Insgesamt wurden nach Angaben der Feuerwehr bis in die Morgenstunden mehr als 450 Wasserschäden gemeldet, unter anderem im Alliierten-Museum in Berlin-Zehlendorf. Ausstellungsstücke wurden aber nicht beschädigt. Zudem seien drei Blitzeinschläge registriert worden. So habe in Marienfelde ein Blitz in das Dach einer Doppelhaushälfte eingeschlagen. Dadurch seien 80 Quadratmeter des Dachstuhls in Brand geraten, sagte ein Sprecher. Bei dem Feuer wurde den Angaben zufolge niemand verletzt. Die Bewohner des Hauses hätten sich selbst in Sicherheit bringen können. Durch das Löschwasser sei die Wohnung unterhalb des Dachs jedoch stark beschädigt worden und könne vorerst nicht mehr bewohnt werden.

Abschnitte der Stadtautobahn zeitweise gesperrt

Bei überfluteten Straßen können nach Angaben des Lagezentrums der Feuerwehr die Beamten aber wenig ausrichten. In solchen Fällen gebe es meistens keine Möglichkeit, das Wasser irgendwohin zu pumpen, sagte ein Sprecher. In der Nacht waren einzelne Abschnitte der Stadtautobahn zeitweise gesperrt, darunter die Knobelsdorffbrücke und der Rathenau-Tunnel im Bezirk Charlottenburg. In derartigen Fällen könne zumeist nur ein Ablaufen des Wassers abgewartet werden. Alles in allem sei die vergangene Nacht in Berlin "sehr anspruchsvoll" gewesen, sagte der Sprecher.

An der Wetterstation in Berlin-Dahlem wurden bis in die Morgenstunden insgesamt 57 Liter Niederschlag auf einem Quadratmeter registriert. Allein zwischen 1 Uhr und 2 Uhr seien 39 Liter Regen gefallen, sagte Jörg Riemann vom privaten Wetterdienst MC-Wetter. Normalerweise fielen dort 70 Liter im gesamten Monat. In Berlin-Gatow seien sogar 59 Liter registriert worden. Das Regengebiet ist den Angaben zufolge in den Morgenstunden über den Nordosten Brandenburgs abgezogen. Für die Abendstunden waren immer wieder einzelne Schauer vorausgesagt.

Zur Wochenmitte steigt die Gewittergefahr erneut

In den kommenden Tagen werde es immer wieder einzelne verregnete Abschnitte geben. Bei 23 Grad Celsius werde es aber wieder zunehmend freundlich. Zur Wochenmitte steigen den Angaben zufolge die Temperaturen wieder an - allerdings erhöhe sich dadurch auch die Wahrscheinlichkeit neuer Gewitter.

Sturm und Hagel in Oberbayern

Im bayerischen Landkreis Rosenheim haben unterdessen am Freitag Tornado-ähnliche Stürme die Dächer von zehn Häusern abgedeckt. Nach Polizeiangaben entstand ein Schaden von insgesamt 750.000 Euro. In Oberbayern wurden zudem zahlreiche Keller überflutet, Bäume stürzten um. Auch der Verkehr wurde durch das Unwetter behindert. Die Autobahn 8 bei Höhenkirchen war wegen starken Hagels zeitweise nicht mehr befahrbar. Schnee-Räumfahrzeuge beseitigten die Schicht aus Hagelkörnern.

Ein Wirbelsturm richtete auch in Niedersachsen mehrere hunderttausend Euro Schaden an. Bäume wurden entwurzelt und Dachpfannen von Wohnhäusern gerissen. In Sittensen zwischen Hamburg und Bremen stürzte ein Baum auf ein fahrendes Auto. Verletzt wurde niemand. (mit ddp/dpa)

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