Unwetter in Brandenburg : 100 Liter Regen in drei Stunden

Wieder hat es gegossen wie aus Eimern - zumindest an manchen Orten im Berliner Umland. Diesmal traf es vor allem das Havelland. Tags zuvor war Cottbus regelrecht abgesoffen.

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Haus am See. Am Montag goss es in Cottbus binnen weniger Stunden so viel wie sonst in zwei Monaten.
Haus am See. Am Montag goss es in Cottbus binnen weniger Stunden so viel wie sonst in zwei Monaten.Foto: dpa

Heftige Unwetter haben am Dienstagnachmittag in Teilen von Brandenburg lokale Überschwemmungen verursacht. So fielen in Wusterwitz westlich von Brandenburg/Havel nach Auskunft des Wetterdienstes Meteogroup binnen drei Stunden fast 100 Liter Regen – deutlich mehr als sonst in einem ganzen Monat. „Hier steht alles knietief unter Wasser“, berichtete ein Campingplatzbetreiber. Wie schon in den Tagen zuvor waren die Regengüsse lokal eng begrenzt. So fielen in Brandenburg/Havel, kaum zehn Kilometer von Wusterwitz entfernt, in derselben Zeit nicht einmal drei Liter pro Quadratmeter. Diese Menge entspricht einem normalen Regenschauer.

Am Montag hatte es vor allem Cottbus erwischt: Dort prasselten allein über Mittag ebenfalls rund 100 Liter Regen pro Quadratmeter herunter. Weil Straßen und Schienen unter Wasser standen, stellten alle vier Straßenbahnlinien der Stadt ihren Betrieb rund zwei Stunden lang ein. Insgesamt hat es in der Stadt seit dem vergangenen Wochenende 150 Liter pro Quadratmeter geregnet. Das entspricht dem langjährigen Durchschnitt von zwei Monaten. Die enormen Unterschiede auch zwischen nahe beieinander gelegenen Orten resultieren vor allem daraus, dass die Gewitterzellen in diesem Sommer oft ungewöhnlich langsam ziehen und sich an Ort und Stelle abregnen. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hatte auch am Dienstag wieder vor "extremem Unwetter" gewarnt - was viele im Landkreis Havelland, die keinen Regen abbekamen, verwundert haben dürfte.

In Berlin gewitterte es am Dienstag zwar ebenfalls, regnete aber nur wenig. In den nächsten Tagen soll die Unwettergefahr zunächst sinken – zumindest bis zum Wochenende, an dem es erneut schwülwarm werden soll. Für die kommende Woche zeichnet sich ein Ende der wochenlangen Wärmeperiode ab.

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