Berlin : Unwetter ohne großen Schaden Viele Keller liefen voll

Woche startet freundlich

Der erste Wasseralarm ging bei der Feuerwehr um 7.52 Uhr ein. Bis in den Vormittag hinein mussten 54 Keller ausgepumpt werden, überwiegend in Grünau, Bohnsdorf und Adlershof. Dort habe der Regen angefangen, und dort war es auch am heftigsten, hieß es beim Lagedienst. In Rahnsdorf stand der Zugang zum S-Bahnhof zeitweise unter Wasser, in Alt-Friedrichsfelde der Straßentunnel.

Die anschließenden Windböen richteten kaum Schäden an. Am Jakob-Kaiser- Platz stürzte ein Baum auf eine Bushaltestelle. „Sturm merken wir erst ab Windstärke neun mit steigenden Einsatzzahlen“, sagte Peter Trebes vom Lagedienst der Feuerwehr. Für gestern hatte der Wetterdienst nur vor Böen mit sieben bis acht gewarnt. „In Berlin hatten wir Glück“, resümierte Christoph Gatzen vom Dienst MC-Wetter. „Während es im Westhavelland schon seit der Nacht stark geregnet hatte, fing es hier erst morgens an.“ Dann allerdings richtig: Bis acht Uhr prasselte mit fast 30 Litern pro Quadratmeter ungefähr ein halbes Monatssoll auf den Südosten der Stadt; bis zum Mittag kamen weitere zehn Liter dazu. In den westlichen Bezirken regnete es mit rund 20 Litern nur etwa halb so viel. Zum Vergleich: Aufs Havelland gingen bis zu 87 Liter nieder. „Eine seltene Wetterkonstellation“ habe die Zweiteilung bewirkt,sagt Gatzen: Während ein über der Elbe entstandenes Starkregengebiet nur bis ins westliche Brandenburg vorankam, bildeten sich gleichzeitig über der Oder – also östlich von Berlin – kräftige Gewitter, die es gerade bis nach Köpenick schafften.

Allzu viel Nachschub erwartet Gatzen für die nächsten Tage nicht: Der Montag soll bei 25 Grad freundlich werden. Dann geht es durchwachsen und etwas kühler weiter, bis am Donnerstag bei 27 Grad wieder die Sonne scheinen soll. Zum Wochenende werden wieder mehr Wolken, aber kaum Regen erwartet. Ha/obs

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