Unwetter : Sintflut bringt Berlin den Ausnahmezustand

Heftige Unwetter mit sintflutartigen Regenmengen haben am Freitagabend und am Samstagmorgen in Berlin das öffentliche Leben stark beeinträchtigt. Die Feuerwehr der Hauptstadt war im Großeinsatz und rief den Ausnahmezustand aus.

Berlin - Auf Straßen und Autobahnen gab es Verkehrsbeeinträchtigungen, U-Bahnhöfe und Keller liefen voll Wasser. Menschen wurden in der Hauptstadt nicht verletzt. Im umliegenden Brandenburg waren die Gewitter nicht ganz so heftig. In Eichwalde kam ein Mann ums Leben, wahrscheinlich durch Blitzschlag. Ebenfalls ein Blitz war möglicherweise die Ursache für den Brand in einem Schweinestall in der Uckermark, bei dem 561 Schweine verendeten. In Berlin wurden aus Sicherheitsgründen mehrere Partys und Konzerte abgesagt.

Außerdem hat es dem Meteorologen zufolge ungewöhnlich viele so genannte Erdblitze gegeben, die durch die Wolken auf die Erde rasten. Diese entstünden immer dann, wenn trockene heiße Luft aus Osteuropa auf schwül-heiße Luft aus Mitteleuropa treffe, erläuterte Riemann.

In Brandenburg war der Regen nicht ganz so heftig - 20 Liter pro Quadratmeter fielen beispielsweise in der Prignitz. Südöstlich von Berlin blieb es gar ganz trocken. In Cottbus und Umgebung sollte es erst am Samstagnachmittag Niederschläge geben.

Die «Italienische Nacht» beim «Classic Open Air 2006» auf dem Gendarmenmarkt in Mitte am Freitagabend fiel wegen der Wetterkapriolen aus. Das Konzert fiel ebenso ins Wasser wie die deutsch-afrikanische WM-Party «Fußball für eine bessere Welt» auf der Fanmeile am Brandenburger Tor. Fifa-Präsident Joseph Blatter sagte, «wir sagen die Show schweren Herzens ab». Aber die Sicherheit der Besucher und Künstler gehe vor. (Von Claudia Pietsch, ddp)

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