Berlin : Urnen unter Wasser

Zum Wählen braucht’s jede Menge Ausstattung. Dumm nur, wenn das Lager plötzlich überflutet ist.

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Im Trockenen.
Im Trockenen.

Beinahe wäre die Wahl für die rund 205 000 Wahlberechtigten in Mitte ins Wasser gefallen. Als Mitarbeiter im Mai in den Keller des Rathauses in der Müllerstraße stiegen, um sich die Wahlausrüstung anzuschauen, war das Entsetzen groß. Der Keller stand wegen des gestiegenen Grundwasserspiegels unter Wasser. „400 Flaggen waren vernichtet“, erzählt Wigbert Siller, Leiter des Wahlamtes in Mitte. Und Flaggen – eine für Berlin, eine für Deutschland, eine für Europa – braucht man für die Wahllokale ebenso wie Wahlkabinen und Urnen.

Für die Lagerung der technischen Ausstattung sind die Bezirke verantwortlich. Im Rathauskeller von Mitte lagern beispielsweise 230 Urnen, etwa 400 Wahlkabinen und 600 Flaggen, die in Dreiersätzen in die 196 Wahllokale geliefert werden. „Ein nennenswerter Posten“, sagt Wahlamtsleiter Siller. Bei diesem Besuch im Keller überprüften die Mitarbeiter auch gleich die Wahlkabinen, von denen einige „sehr betagt“ gewesen seien, sagt Siller. So wurden 80 neue Wahlkabinen angeschafft. Und auch Urnen waren nicht mehr so gut in Schuss und teilweise brüchig. Deshalb wurden auch 100 neue Wahlurnen beschafft. Viele Botschaften und ausländische Vertretungen leihen sich diese Wahlurnen übrigens auch vom Wahlamt Mitte aus, wenn in ihren Staaten Wahlen anstehen und hier wohnende Ausländer wählen wollen.

In Mitte sind am Sonntag 1600 Wahlhelfer aktiv. Zum ersten Mal hat der Bezirk selbst Sportvereine und Kirchen angeschrieben, um Helfer zu rekrutieren. „Das hat sehr geholfen“, sagt Siller.

1709 Wahllokale gibt es in Berlin. Die Bezirke suchen die Wahllokale aus, die möglichst wohnortnah und barrierefrei sein sollen. Dort werden am Sonntag 18 000 Wahlhelfer die Wahl begleiten. Pro Wahllokal sind ein Wahlvorsteher, sein Stellvertreter, ein Schriftführer und sein Stellvertreter sowie drei bis fünf Beisitzer tätig. 50 Euro gibt es für dieses Ehrenamt. Mitarbeiter im öffentlichen Dienst erhalten 30 Euro und Freizeitausgleich. Sabine Beikler

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