Berlin : Ursache war vermutlich Brandstiftung

Vermutlich durch Brandstiftung ist am späten Mittwochabend im Kaiserbahnhof in Potsdam ein Feuer ausgebrochen. Der Brand im Dachbereich des 90 Jahre alten Bahnhofs führte entgegen ersten Befürchtungen nur in einem kleinen Bereich zu Schäden, teilte die Polizei am Donnerstag mit. Der seit Jahren ungenutzte Bahnhof war von 1906 bis 1909 angelegt worden, damit Kaiser Wilhelm II. Potsdam bequemer erreichen konnte. Er war erst kürzlich von der Unesco auf die Liste des Weltkulturerbes gesetzt worden. Da sich keinerlei elektrische Anlagen oder Geräte im betreffenden Bereich befunden haben, wurde der Brand laut Polizei vermutlich durch den fahrlässigen oder vorsätzlichen Umgang mit offenem Feuer entfacht. Unter anderem deuteten im Dachbereich gefundene Gegenstände darauf hin, dass sich in letzter Zeit mehrfach Kinder oder Jugendliche im Kaiserbahnhof aufhielten, hieß es.

Die Flammen hatten laut Polizei über einem Treppenpodest etwa 20 Quadratmeter von der Zwischendecke und circa zwei Quadratmeter des darüberliegenden Dachstuhls vernichtet. Die Höhe des Sachschadens war zunächst noch unklar, verletzt wurde niemand. Das Feuer hatten 50 Feuerwehrleute nach gut drei Stunden unter Kontrolle.

Brandenburgs Kulturminister Wolfgang Hackel (CDU) zeigte sich betroffen über den Brand. Er sei jedoch erleichtert, dass das historische Gebäude bei dem Feuer offenbar nicht so stark wie zunächst befürchtet beschädigt wurde. Für die Ermittlungen, die am Donnerstag noch nicht abgeschlossen waren, wurden auch Spezialisten des Landeskriminalamtes eingesetzt.

Für die Bahnhofsruine unweit des Parks von Sanssouci suchen die Deutsche Bahn AG als Eigentümerin und das Land seit Jahren einen Investor. Wegen des fortschreitenden Verfalls drohte der Freundeskreis Kaiserbahnhof kürzlich, die Bahn und das Land zu verklagen.

0 Kommentare

Neuester Kommentar