Urteil des Landgerichts : Senat siegt im Streit um Komische-Oper-Grundstück

Vorentscheidung im Kampf um eine der letzten Bauflächen Unter den Linden: Landgericht Berlin gibt Senat Recht, der Rücktritt vom Verkauf ist zulässig.

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Wertvolles Grundstück: Die Flächen rund um die Komische Oper Ecke Glinkastraße und Unter den Linden
Wertvolles Grundstück: Die Flächen rund um die Komische Oper Ecke Glinkastraße und Unter den LindenFoto: Kai-Uwe Heinrich

Es klingt kompliziert, ist aber eigentlich ganz einfach: Wer bekommt die Grundstücke rund um die Komische Oper Unter den Linden? Um dieselben ringen auf der einen Seite der private Investor IVG und auf der anderen das Land Berlin. Das Landgericht hatte nun darüber zu urteilen, ob der Antrag des Senats auf "Löschung der Auflassungsvormerkung" aus dem Grundbuch für die Bauflächen stattgegeben werden soll und bestätigte dasselbe. Und da hängt viel dran, weil mit der Löschung des Käufers aus dem Grundbuch dieses Grundstück wieder in den Besitz des ursprünglichen Eigentümers fällt, des Landes Berlin. Zumal dieser zuvor ohnehin von dem ursprünglich abgeschlossenen Kaufvertrag zurückgetreten war. Durch die Löschung der Auflassungsvormerkung kann das Land Berlin wieder frei verfügen über das Bauland.

Das Bauland ist heute ein Vielfaches wert

Noch ist das Urteil allerdings nicht rechtkräftig. Und weil es in dem Streit um eine Baufläche geht, die heute ein Vielfaches des Preises Wert ist, zu dem das Land Berlin die Fläche im September vor 17 Jahren verkauft hatte, dürfte die Firma IVG mit einiger Wahrscheinlichkeit in die nächste Instanz ziehen und dann vor dem Kammergericht um ihr Recht kämpfen. Eine Woche Zeit hat die IVG dafür, sobald der Firma das Urteil und dessen Begründung zugestellt sind.

Baupläne von Architekt Langhof gab es auch mal

Mit dem Rücktritt vom Kaufvertrag hatte der Senat eine Option im Kaufvertrag gezogen für den Fall, dass die Flächen nicht bebaut werden. Verschiedene Pläne hatte es gegeben, darunter von Hochhaus-Architekt Christoph Langhof, der auch die Komische Oper einbeziehen wollte. Das ist wohl auch erforderlich, weil die Flächen am Rande des Altbaus schmal geschnitten sind. Auch beim verhinderten Käufer des Grundstückes hatten Probleme die Verwirklichung von Baupläne ausgebremst: Die IVG war vor einigen Jahren in Turbulenzen geraten und wurde umstrukturiert.

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