Urteil : Gericht lehnt Asylfolgeantrag der Familie Aydin ab

Das Berliner Verwaltungsgericht hat die Klage der kurdischstämmigen Familie Aydin auf Annerkennung ihres Asylfolgeantrags zurückgewiesen. Die Anwältin kündigte Berufung an.

Berlin - Dem Gericht zufolge gibt es keine Anhaltspunkte, dass dem Ehepaar und drei seiner Kinder, darunter zwei Minderjährige, bei einer Rückkehr in die Türkei politische Verfolgung oder Folter droht.

Die Richter beriefen sich auf das Gutachten eines Türkeiexperten. Danach gibt es keine Berichte, wonach in den vergangenen Jahren Türken, die in Deutschland politisch aktiv waren, nach ihrer Rückkehr verfolgt wurden.

Das Ehepaar lebt seit 17 Jahren in Deutschland und hat insgesamt elf Kinder im Alter von 7 bis 27 Jahren. Ihre Anwältin Oda Jentsch kündigte Berufung an. Sie hatte die "Rückkehrgefährdung" mit der Mitarbeit des 52-jährigen Familienvaters in der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK und der damit verbundenen Berichterstattung in den Medien begründet.

Ausweisung wegen Täuschung

Die Familie würde nicht ausgewiesen, weil der Vater ein PKK-Mitglied sei, sondern wegen der Täuschung über ihre Identität, hieß es im Verfahren. Die Mitglieder der aus dem Südosten der Türkei stammenden Familie hatte sich 1990 in Berlin eine Duldung erschlichen, weil sie vorgaben, staatenlose Kurden aus dem Libanon zu sein. 1992 wurde ihre türkische Identität festgestellt.

Nach jahrelangem Rechtsstreit um Asyl hatte das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge 2004 drei Töchtern ein vorläufiges Bleiberecht zugestanden, damit diese die Schule beenden können. Ein Asylfolgeantrag war vom Amt im Juni abgelehnt worden. Gegen diese Entscheidung hatten die Aydins Klage eingereicht.

Der Fall hatte bundesweit für Schlagzeilen gesorgt, weil Mitglieder der als gut integriert geltenden Familie Deutschland verlassen sollten, obwohl Bundespräsident Horst Köhler eine Tochter für ihr ehrenamtliches Engagement geehrt hatte. (tso/ddp)

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