Urteil : Gericht untersagt ILA-Flüge unter 450 Metern Höhe

Bei der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung dürfen Flugzeuge über der Berliner Gemeinde Eichwalde nicht tiefer als 450 Meter fliegen. Ein Bewohner hatte geklagt und Recht bekommen. Bundeskanzlerin Merkel eröffnete die Ausstellung in Schönefeld mit einem Rundgang.

ILA
Flughafen Schönefeld. Bundeskanzlerin Angela Merkel eröffnete die Internationale Luft- und Raumfahrtausstellung und begrüßte die...Foto: dpa

Cottbus/SchönefeldAm Dienstagmittag eröffnete Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit einem Rundgang die Internationale Luft- und Raumfahrtausstellung (ILA) 2008. Außerdem begrüßte sie die ehemaligen Piloten der Berliner Luftbrücke. Die ILA gilt durch ihre Rekordbeteiligung von 1127 Ausstellern aus 37 Ländern als einer der bedeutendsten Branchentreffs dieses Jahres.

Ärger gab es im Vorfeld bei der geplanten Flugvorführung einiger Maschinen. Ein Bewohner hatte gegen ein Überfliegen seiner Gemeinde Eichwalde in der geplanten Höhe von 150 Metern geklagt. Das Gericht verbot jetzt, dass Flugzeuge tiefer als 450 Meter über Eichwalde fliegen.

Das Gericht bekräftigt seine Entscheidung damit, dass schon nach der Luftverkehrsordnung eine Mindestflughöhe von 300 Metern einzuhalten sei. Das Brandenburger Infrastrukturministerium habe dagegen in seiner Genehmigung für die ILA keine Gründe dafür genannt, warum die Maschinen nur in einer Flughöhe von 150 Metern fliegen sollen. Außerdem, so die Kammer, habe die Mindestflughöhe bei den Ausstellungen der vergangenen Jahre noch bei 450 Metern gelegen habe.

Bei 120 Dezibel kann die Gesundheit Schaden nehmen

Das von dem Veranstalter vorgelegte Gutachten besagt dazu, dass bei einer Flughöhe von 150 Metern ein Pegel von 120 Dezibel zu erwarten sei. Das kann zu Gesundheitsschäden führen. Erst bei einer Flughöhe von 450 Metern könne davon ausgegangen werden, dass es nicht zu dauerhaften Schäden komme.
   
Auf dem Flughafen Berlin-Schönefeld werden bis zum Sonntag mehr als 100 Konferenzen und Workshops angeboten und mehr als 300 Fluggeräte vom historischen "Rosinenbomber" bis zum hochmodernen Airbus-Flaggschiff A380 zu sehen sein. Ein Drittel der ausgestellten Fluggeräte sind Militärflugzeuge.

Nach Angaben des Bundesverbandes der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie (BDLI) hat die Branche im vergangenen Jahr erstmals die Umsatzmarke von 20 Milliarden Euro übertroffen. Die Zahl der Beschäftigten sei um 3,2 Prozent auf 88.000 gestiegen. Damit bleibt die Luftfahrt "Wachstumsmotor", hieß es. Die Veranstalter erwarten rund 200.000 Besucher. (mpr/ddp)

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