Urteil : Tod eines Ex-Generals war kein Mord

Der tödliche Angriff auf einen früheren Tschetschenen-General im Februar 2006 war kein kaltblütiger Mord. Dafür gebe es keine Beweise, urteilte das Landgericht, das sich zum dritten Mal mit dem Fall beschäftigen musste.

Gegen den 32-jährigen Elmar P. erging eine Gefängnisstrafe von zehneinhalb Jahren wegen Totschlags. Der Kasache war in zwei früheren Prozessen jeweils zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Der Bundesgerichtshof (BGH) aber zweifelte und hob die Urteile vom November 2007 und Dezember 2008 auf. Hintergrund der Tat waren finanzielle Auseinandersetzungen. Der 38-jährige Magomed B., der im Tschetschenien-Krieg gekämpft hatte, soll den damaligen Im- und Export-Geschäftsmann P. wochenlang bedroht haben. Es soll um 100 000 Euro gegangen sein. In der „zermürbenden Situation“ habe der Angeklagte beschlossen, den Ex-General durch ein Kidnapping einzuschüchtern. Eine verminderte Schuldfähigkeit sei nicht auszuschließen, so die Richter .

Elmar P. hatte die Tat mit zwei Bekannten verübt. Am Kurfürstendamm lockten sie den Ex-General in einen Transporter. P. legte dem Mann ein Seil um den Hals. Der General starb bei der Auseinandersetzung im Auto. Die Leiche legten die Täter in einem Wald im brandenburgischen Ferch ab. Die Komplizen des Ex-Geschäftsmannes wurden vor zwei Jahren wegen gefährlicher Körperverletzung und Beihilfe zu vier und einem Jahr Haft verurteilt. K. G.

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