Urteil : Vier Jahre Haft wegen Messerangriff auf Ehefrau

Wegen gefährlicher Körperverletzung ist ein 37-jähriger Türke vom Berliner Landgericht zu vier Jahren Haft verurteilt worden. Er hatte seine schlafende Frau mit dem Messer attackiert.

Berlin - Der wegen Mordversuchs angeklagte Mann wurde schuldig gesprochen, im November vorigen Jahres seiner von ihm getrennt lebenden Ehefrau in der Wohnung aufgelauert, sie im Schlaf angegriffen und mit einem Messer an Bauch und Oberarm verletzt zu haben.

Jemanden zu Hause im Schlaf zu überfallen, sei das Übelste, was man machen könne, sagte der Richter. Der Angeklagte handelte demnach "aus hilfloser Wut gegen seine Frau", die sich zwei Wochen vor der Tat von ihm getrennt hatte. Während Frau und Kinder bei einer Hochzeitsfeier waren, hatte sich der 37-Jährige in die frühere gemeinsame Wohnung in Kreuzberg eingeschlichen, sich im Schlafzimmer versteckt und war dann über die Schlafende hergefallen.

Dem Urteil zufolge ließ der Mann von sich aus von seiner Frau ab und versuchte daher nicht, sie zu töten. Die Anklage war noch von einem Mordversuch ausgegangen. In seiner Kultur sei es "üblich", die körperliche Überlegenheit des Mannes deutlich zu machen, hatte der Angeklagte erklärt. Die Trennung der Frau habe er als "Schande" empfunden. Er habe seine "Ehre" verteidigen müssen. Eine Tötungsabsicht hatte der 37-Jährige aber bestritten. (tso/ddp)

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