Berlin : US-Botschaft: Diepgen traf Außenminister Colin Powell

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Den Höhepunkt seines Besuches in Washington erlebte der Regierende Bürgermeister Eberhard Diepgen am Mittwoch kurz vor dem Rückflug nach Berlin: ein Treffen mit dem amerikanischen Außenminister. Dass Colin Powell überhaupt Zeit für Diepgen fand, lag am Thema des Gesprächs: Es ging um den Standort der neuen amerikanischen Botschaft in Berlin, also um den Pariser Platz. Vor dem Treffen mit Powell versuchte Diepgen, die Erwartungen ein wenig herunterzuschrauben. Er werde gewiss keine Details mit dem Außenminister besprechen, sagte Diepgen. Doch eben wegen Details hatte das Land Berlin bisher die Baugenehmigung verweigert. Die Sicherheitsanforderungen der Amerikaner würden dem erwünschten offenen Charkter des Platzes nicht entsprechen. So hatte das Treffen in Washington vor allem ein Ziel: die grundsätzliche Bereitschaft beider Seiten zu betonen, dass der Pariser Platz der richtige Ort ist für die Botschaft.

Welche Schwierigkeiten im Detail aber liegen, zeigte die jüngste Entwicklung. Die Amerikaner hatten sich damit einverstanden erklärt, auf eine breite Sicherheitszone rund um das Gebäude zu verzichten - forderten aber zugleich, Wachhäuschen auf dem Pariser Platz aufstellen zu dürfen. Das jedoch, so Diepgen in Washington, lehne er ganz entschieden ab. An den beiden Tagen zuvor hatte Diepgen vor allem für den gerade eröffneten Lufthansa-Direktflug zwischen Berlin und Washington geworben.

Am Montagabend beschwor der Regierende Bürgermeister bei einem großen Empfang der Lufthansa in der Library of Congress die besonderen Verbindungen zwischen Berlin und den Vereinigten Staaten, beschrieb Berlin als die aufregendste Stadt Deutschlands und lud ganz Amerika ein, sich selbst ein Bild davon zu machen. Der mitgereiste Manfred Stolpe erklärte den Wagemut der Lufthansa zu einem weiteren Schritt, die Mauer zu durchbrechen, und Hans-Dietrich Genscher sprach von einem großen Tag in der deutsch-amerikanischen Geschichte. Die amerikanische Presse verpasste diesen Tag übrigens.

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