Berlin : US-Botschaft: Erst kommt die Sicherheit

Die Straße ist verlegt, die Poller sind gesetzt: Botschafter Coats lädt am Mittwoch zum Spatenstich für den Neubau am Pariser Platz

Matthias Oloew

Die Grundsteinlegung steht erst noch bevor, Bauarbeiter graben aber schon heftig, damit die neue US-Botschaft am Pariser Platz wie geplant im Frühjahr 2008 fertig wird. Am kommenden Mittwoch wird das erste Mal richtig gefeiert – dann lädt Botschafter Daniel Coats zum symbolischen ersten Spatenstich. Neben Bundesinnenminister Otto Schily will auch der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit dabei sein.

Vor allem die für den Neubau notwendige Verlegung der Behrenstraße hat Fortschritte gemacht. Am Montag soll nach Auskunft der Stadtentwicklungsverwaltung die neue Fahrbahn fertig sein. „Danach benötigen wir noch etwa zwei Wochen, um die Trasse zu verschwenken und den Verkehr auf die neue Straße zu lenken“, sagt Verwaltungssprecherin Petra Rohland.

Die Linden am Pariser Platz sind gefällt, die Grube auf dem Grundstück selbst ist metertief ausgehoben und der Boden auf mögliche Altlasten untersucht worden. Die neue Behrenstraße verläuft nun weiter südlich, auf einem Grundstücksstreifen, der eigentlich dem Holocaust-Mahnmal vorbehalten war. Um jedoch den Sicherheitsanforderungen der USA zu genügen, erklärte sich das Kuratorium des Mahnmals bereit, auf den Streifen zu verzichten. Entlang der Bordsteinkante vor der künftigen Botschaft sind schon jetzt die massiven Poller zu sehen, die tief im Boden einbetoniert sind. Die Poller werden schon bald auch entlang der Ebertstraße einbetoniert und später (einen Termin gibt es noch nicht) auch auf dem Pariser Platz, um das neue Gebäude rundherum zu sichern.

Wie die Absperrung aussehen wird, können Passanten jetzt schon vor der Synagoge in der Oranienburger Straße sehen. Das baugleiche Modell soll auch die neue US-Botschaft schützen.

Versenkbare Poller wird es an der Behrenstraße nur in dem Bereich geben, der für die Vorfahrt zur Botschaft genutzt wird. Die freie Zufahrt zum Haus und seiner Tiefgarage ist erst möglich, wenn die Poller zur Straßenseite wieder hochgefahren sind. In der Zwischenzeit müssen die Autos im Bereich des Gehweges stehen bleiben.

Dort ist künftig genügend Platz. Der Gehweg an der Behrenstraße entlang der neuen Botschaft wird teilweise mehr als 15 Meter breit sein – so breit ist nicht einmal mehr die neue Fahrbahn.

Während die Bauarbeiten an der Straße im Gange sind, hat das Architekturbüro Moore Ruble Yudell aus Santa Monica die Detailplanung für das Gebäude fertig gestellt. Obwohl die Fassade – ebenfalls aufgrund der Sicherheitsanforderungen – fünf Meter hinter die Flucht an der Behren- und Ebertstraße zurückgesetzt wird, ist drinnen noch genügend Platz für einen begrünten Innenhof. Auf dem Dach wird es einen gläsernen Konferenzsaal und ein Penthouse geben. Die Architekten versprechen vom Konferenzsaal aus einen Blick hinüber zum Brandenburger Tor. Alles soll so aussehen, als ob die Quadriga über die auf dem Dach der Botschaft ausgesäten Gräser aus der US-Prärie galoppiert.

Das Architektenbüro wird während der Bauphase eine Dependance in Berlin einrichten. Wesentlichen Teile des Neubaus werden US-Firmen errichten, über die Baukosten schweigt sich die US-Botschaft aus.

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