Berlin : US-Botschaft: In einem Jahr wird gebaut

Die Pläne für den Pariser Platz liegen öffentlich aus. Drei Jahre sollen die Arbeiten dauern

Lothar Heinke

Ein weiterer Schritt zum seit langem geplanten Neubau der Botschaft der Vereinigten Staaten von Amerika am Pariser Platz: Jetzt begann die „öffentliche Auslegung des Bebauungsplans I-200-2“ in der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung in der Behrenstraße. Bis zum 15. August hat jeder Gelegenheit, sich über den Plan zu informieren und eigene Anregungen zu geben. Damit schafft die Stadt die bautechnischen und rechtlichen Voraussetzungen dafür, dass die letzte Lücke am Pariser Platz geschlossen wird. Der neue Bauplan sieht gegenüber seinen beiden Vorgängern geringfügige Veränderungen vor, die verstärkten Sicherheitsanforderungen geschuldet sind. Die Architekten Moore Ruble Yudell haben ihren Entwurf überarbeitet; danach werden an der Ebert- und an der Behrenstraße Baulinien durch Baugrenzen ersetzt – das heißt, die Gebäudefluchten müssen nicht mehr an der straßenseitigen Grundstücksgrenze liegen, sondern können zurückgesetzt werden. Um einen Sicherheitsabstand von 25 Metern zu erhalten, wird der Bau sieben Meter tief auf das Grundstück zurückversetzt und der Gehweg an der Behrenstraße 18 Meter breit werden. Gleichzeitig wird der Fußgängerweg einige Meter nach Süden verlegt und berührt auf einer Breite von fünf Metern das Gelände des künftigen Holocaust-Mahnmals. Als Ausgleich für die verlorene Fläche bekommt die Botschaft nach Süden hin ein fünftes Obergeschoss, das etwa bis zum Abschluss der benachbarten DZ-Bank reicht. Im Parterre vor der Botschaft, an der Behrenstraße, entsteht ein eingeschossiger Vorbau, in dem sich eine Art Sicherheitsschleuse befinden soll. Außerdem wurde ein turmartiger Aufbau an der Ebertstraße genehmigt.

„Seit dem vergangenen Jahr wurde der Entwurf überarbeitet und der Bauantrag vorbereitet. Unser Ziel ist es, die Bebauungsplanänderung bis Ende des Jahres abzuschließen“, sagt Elke Kleinwächter-Jarnot von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung. Berlin mache hier quasi seine Schulaufgaben, nun sind die Amerikaner am Zuge.

Wann der Bau beginnt? „Wir rechnen mit dem Sommer 2004“, heißt es bei der US-Botschaft. Dort geht man von einer Bauzeit von drei Jahren aus, über die Kosten ist nichts zu erfahren. Bekanntlich hatten erhöhte Sicherheitsanforderungen dazu geführt, dass die Architekten ihr Projekt umbauen mussten. Jetzt beschreibt eine kleine Broschüre den neuesten Stand: „Die Verbesserung der Sicherheit erfordert einen größeren Abstand zwischen Straße und Gebäude, daher wird die Stadt die Gehwege an der Ebertstraße und an der Behrenstraße entlang der Botschaft verbreitern. Die Gehwege werden frei zugänglich sein, gepflastert und mit Bäumen bepflanzt.

Poller entlang der Bordsteinkante und – in wenigen Fällen – über den Gehweg hinweg sollen verhindern, dass Fahrzeuge auf den Gehweg fahren, aber gleichzeitig sicherstellen, dass Fußgänger sich unbehindert bewegen können. Ein Metallzaun wird entlang der Grundstücksgrenze an der Ebertstraße verlaufen, der in Höhe und Gestaltung an den bestehenden Zaun an der Westseite vom Haus Sommer anknüpft. Und am Pariser Platz wird es versenkbare Poller geben, die die historischen Freianlagen nicht verändern. Bisher gab es einige Interessenten für den Entwurf, aber noch keine Änderungsvorschläge. Derweil bereitet man das Gelände auf eine neue Attraktion vor: Neue Buddy-Bären sind im Anmarsch, Sir Peter Ustinov eröffnete am 29. Juli den neuen Bärenkreis.

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