Berlin : US-Fliegerbombe entschärft

250-Kilo-Blindgänger in Tegel war durch Auswertung von Luftaufnahmen entdeckt worden

Jasmin Kalarickal,Tanja Buntrock

Der Fund einer US-Fliegerbombe am Dienstagmorgen hat in Tegel einen Großeinsatz der Polizei ausgelöst. Der 250-Kilo-Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg war in der Gorkistraße entdeckt worden. Innerhalb eines Kreises von 350 Metern um den Fundort wurde die Gebäude geräumt, 150 Beamte der Polizei und Feuerwehr nahmen an dem Einsatz teil. Gegen 17.35 Uhr gelang es Kriminaltechnikern, die Bombe durch eine gezielte Sprengung des Zünders unschädlich zu machen.

Durch aktuelle Luftbildaufnahmen, die die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung regelmäßig in Auftrag gibt, war der Sprengkörper entdeckt worden. „Eine Bombe wird dadurch erkannt, dass die Oberfläche des Bodens eine andere Struktur aufweist“, sagte ein Polizeisprecher.

Der Alarm war gegen 9.50 Uhr ausgelöst worden. Der Blindgänger lag im Steinbergpark an der Gorkistraße. Diese wurde von der Straße Am Nordgraben bis zur Straße Alt-Wittenau gesperrt. Das nahegelegene Humboldt-Krankenhaus sowie ein Seniorenheim mussten nicht geräumt werden.

Der Fundort der Bombe lag in einer Gegend mit Einfamilienhäusern. Bis die Polizei die anwesenden Bewohner der rund 350 betroffenen Gebäude sowie die Schulen informiert waren, dauerte es bis zum frühen Nachmittag. Erst gegen 14.15 Uhr waren alle Vorbereitungen getroffen, so dass die Beamten die Menschen aus ihren Wohnungen holen konnten. Es waren dann doch nur 62 Personen, weniger als zunächst erwartet. Vier Bettlägerige kamen vorübergehend in ein Krankenhaus, für die anderen hatte das Bezirksamt Reinickendorf die Max-Beckmann-Grundschule in der Auguste-Viktoria-Allee als Sammelort ausgewählt. Die Feuerwehr brachte dort vor allem ältere Menschen hin, die mit Getränken versorgt wurden. Zudem wurden drei BVG-Linienbusse bereitgestellt, in der ebenfalls Anwohner die Zeit überbrücken konnten.

Zu solchen Bombenfunden kommt es auch über 60 Jahre nach Kriegsende immer wieder. Zuletzt war Ende Juli in Lichterfelde eine 1000-Kilo-Bombe sowjetischer Herkunft entschärft worden, 4000 Anwohner hatten ihre Wohnungen verlassen müssen. Im März 2006 hatte ein Blindgänger-Fund im Westhafen einen Großeinsatz ausgelöst: Die 250-Kilo-Fliegerbombe war von Kampfmittelsuchern im Westhafenkanal gefunden worden.

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