Varieté : Seifenoper im Wintergarten

Ein Schlagerstar, mehrere Badewannen und eine zuweilen unverständliche Handlung. Die "Seifen Oper" läuft als Fortsetzung von "der Soap" im Wintergarten.

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Baden mit und ohne. Im Wintergarten wird es spritzig mit der Show, die nicht von ungefähr "Soap" heißt.
Baden mit und ohne. Im Wintergarten wird es spritzig mit der Show, die nicht von ungefähr "Soap" heißt.Foto: Jürgen Sendel/ promo

Die Gäste der Premiere im Wintergarten werden von unzähligen Seifenblasen eingehüllt, die vom Vordach des Varietétheaters durch die Potsdamer Straße kugeln. Am Eingang steht eine Badewanne, in die Direktor Georg Strecker klettert, um sich mit prominenten Damen fotografieren zu lassen. Auch eine schlanke blonde Schönheit ist dabei. Wer ist das? „Keine Ahnung“, sagt ein Fotomann und drückt auf den Auslöser. „Na, das ist Ella!“ ruft eine Besucherin, leicht pikiert, dass man den neuen Stern am Schlagerhimmel Ella Endlich nicht kennt. Auf der Bühne setzt sich die Parade von Badegefäßen fort: Bis zu acht Wannen stehen den Protagonisten der Seifen-Oper für ihre Künste zur Verfügung. Zu Beginn gehen sie darin, leider nicht ganz textilfrei, richtig baden, aber dann wird die Wanne zum Requisit und spielt mit als Startrampe für Antipodenspiele, Hand- und Kopfstände, Jonglagen und Kontorsionskünste. In der Ankündigung wird die Soap-Opera als „frisch, sexy, provokant und spritzig“ beschrieben – zumindest letzteres wird das Publikum, das ganz vorne sitzt, bestätigen können. Und natürlich die Künstler, die sich mutig in die Badewannen stürzen und das frische Nass, das aus dem Bühnenboden regnet, offenkundig bei den gerade herrschenden Temperaturen genießen wie eine Champagnerdusche.

Die feuchte Oper ist eine Fortsetzung der Soap, die 2007 im Chamäleon Furore machte und auf Tournee durch die Kontinente ging, Nun motzten die Regisseure Markus Papst und Maximilian Rambaek die Show mit Musik von Jack Woodhead und einer zuweilen ziemlich unverständlichen Handlung auf. Die Geschichte muss irgendwie in Kreuzberg spielen und aktuell sein, also kauft ein Engländer ein Haus und möchte die Mieter rausekeln, aber die Tochter des neuen Besitzers findet die (Lebens-)Künstler toll, Ende gut, alles gut. Die Sängerin mit der brillanten Stimme (Lina Navakaite) kann weiter schmettern, Sarah Bowden einmal die Sally Bowles spielen und Komponist Jack Woodhead einen Ohrwurm erfinden, der einfach in so eine Show gehört.

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