Berlin : Vattenfall zeigt seine saubere Seite Tag der offenen Tür

im Heizkraftwerk Mitte

Wenn als Belohnung ein Stoff-Elch winkt, wird jeder gern zum Klimaschützer: „Reinigen Sie die Atmosphäre von CO2!“, lautete die Aufforderung im Klettergarten. Scharenweise stiegen die Besucher also über die gespannten Seile, um „CO2-Moleküle“ einzusammeln – für den Elch. So einfach kann Klimaschutz sein, wenn Vattenfall zum Tag der offenen Tür lädt.

Ort des Geschehens war die modernste Anlage des Konzerns, das in den 90ern errichtete Heizkraftwerk Mitte. Das steht zwischen Spreeufer und Köpenicker Straße, umgeben von Wohngebäuden. Kein schlechter Nachbar, denn dank Erdgasbetrieb braucht es weder rußende Kohlenschiffe noch rumpelnde Transportbänder. Es gibt auch keinen Kühlturm, der das Stadtbild verschandeln würde. Und aus den Schloten kommt nichts, was man sieht. Nur halt CO2, der Klimakiller, aber selbst dessen Ausstoß ist dank des umweltfreundlichen Erdgases und bis zu 90 Prozent Energieausnutzung aufs unvermeidliche Minimum reduziert.

Geht doch, könnte man sagen angesichts der Vattenfall-Pläne, in Lichtenberg ein neues Kohlekraftwerk zu errichten. Es hätte keinen dieser Pluspunkte zu bieten. Das Projekt „Klingenberg II“ ist zum Reizthema geworden – und tauchte gestern auf unverhoffte Weise auf: Ausgerechnet die nach dem Kraftwerkskonstrukteur Georg Klingenberg benannte Realschule aus Biesdorf hat ein von Vattenfall veranstaltetes Klima-Quiz gewonnen. „Ein Schelm, wer Böses dabei denkt“, scherzte Physiklehrerin Rita Eggert, die mit ihren Neuntklässlern einen 5000-Euro-Scheck des Konzerns entgegennahm. Damit wird nun der Schulhof verschönert. Die Temperatur in den Klassenzimmern muss im Winter aber weiter durchs Fenster reguliert werden: Für Heizungsventile reicht es vorerst nicht. obs

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