• Venedig am Werderschen Markt: Parkplatz soll zu einem südlich wirkenden Stadtquartier mit Gassen werden

Berlin : Venedig am Werderschen Markt: Parkplatz soll zu einem südlich wirkenden Stadtquartier mit Gassen werden

C. v. L.

Etwas "venezianischen Charakter" erwartet Stadtentwicklungssenator Peter Strieder von einem kleinen und feinen Wohn- und Geschäftsquartier, das möglichst schon innerhalb der nächsten zwei Jahre direkt westlich der Friedrich-Werderschen Kirche und schräg gegenüber dem neuen Auswärtigen Amt in Mitte entstehen soll. Dort, wo heute noch ein Parkplatz ist, sind neun Häuser mit zum Teil südländisch wirkender Arkaden-Architektur und hochwertigen Eigentumswohnungen geplant. Strieder stellte gestern das städtebauliche Konzept vor, mit dem die Hanseatica HPE Property und die Architekten Georg Graetz, Christoph Tyrra und Tobias Nöfer das Bieterverfahren unter 15 Projekt-Bewerbern gewonnen haben.

Falkoniergasse und Werdersche Rosenstraße: Das sind heute noch rätselhafte Adressen, die dem Parkplatz wieder abgerungen werden müssen. Die Gassen gehörten zu einem der ältesten Stadtteile, dem Friedrichs-Werder, dessen Zentrum der Werdersche Markt war. Die letzten Bauten, die den Krieg überstanden hatten, wurden in den sechziger Jahren von den Ost-Berliner Behörden abgerissen. Mit der Autostellfläche entstand ein städtebauliches Provisorium, das nicht zum prominenten Standort passen will. Im August schrieben die Senatsverwaltungen für Stadtentwicklung und Finanzen ein Bieterverfahren für die Landesfläche aus. Von den Bewerbern wurden Konzepte für eine "kleinteilige" Bebauung und städtische Mischung verlangt. Der ausgewählte Investor sollte allerdings lediglich das Untergeschoss mit Tiefgarage errichten und zwei von den insgesamt neun Grundstücksteilen erwerben und bebauen, die anderen einzeln an verschiedene Käufer veräußern.

Die Hanseatica wird nun die Federführung des 60-Millionen-Projekts übernehmen, das der "Rückgewinnung" von Stadt und damit dem Planwerk Innenstadt von Senatsbaudirektor Hans Stimmann entgegenkommt. Mitte nächsten Jahres könnte mit dem Bau der individuell gestalteten Häuser begonnen werden, bis zu 96 Wohnungen sind möglich. Die Grundrisse sollen variabel sein und sogar Wohnungsgrößen bis zu 500 Quadratmetern zulassen. Das Konzept der Planer sieht nicht nur architektonische Vielfalt, sondern auch "dichte innerstädtische Nutzung" vor. Die fünf Meter enge Falkoniergasse in der Mitte solle zur Adresse für exklusive Ladengeschäfte und Restaurants werden.

Um den großen Fenstern der Friedrich-Werderschen Kirche nicht das Licht zu nehmen, sollen die bis zu fünfstöckigen Häuser so gebaut werden, dass sie kleine Türme und Höfe bilden und keinen Schatten auf die Fenster werfen.

Sämtliche eingereichten architekonischen Konzepte sollen nach Auskunft des Stadtentwicklungssenators bei einer Ausstellung zum Planwerk Innenstadt Anfang nächsten Jahres gezeigt werden.

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