Vera 8 - neue Ergebnisse in Brandenburg : Kaum einer kann Mathe

Brandenburgs Achtklässler schneiden bei Vera-Vergleichsarbeiten miserabel ab – aber besser als Berliner. Besonders schlecht sind sie in Mathe.

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In Brandenburg können 60 Prozent der Oberschüler quasi überhaupt nicht rechnen.
In Brandenburg können 60 Prozent der Oberschüler quasi überhaupt nicht rechnen.Foto: Kitty Kleist-Heinrich

Auch Brandenburgs Schüler haben nach wie vor dramatische Schwächen und Rückstände in den Fächern Mathematik, Deutsch und Englisch. Und das nur zwei Jahre vor den Abschlussprüfungen der 10. Klasse, nach denen viele eine Ausbildung beginnen. Das geht aus den Brandenburger Ergebnissen der Vergleichsarbeiten der Achtklässler „Vera 8“ für 2016 hervor, die nach einer Tagesspiegel-Anfrage an das Potsdamer Bildungsministerium jetzt in aller Stille auf der Homepage des Instituts für Schulqualität Berlin-Brandenburg (ISQ) veröffentlicht worden sind.

Teilgenommen an den Tests haben knapp 15.000 Schüler aus 244 Schulen. Und nur die Gymnasien, in die nach der 6. Klasse vor allem leistungsstärkere Schüler wechseln, schneiden darin gut ab. Berliner Achtklässler, deren Vera-8-Ergebnisse bereits Ende Oktober publiziert worden waren, können allerdings noch weniger.

In Mathe sind die Ergebnisse am schlechtesten

Mit den turnusmäßigen Vera-Tests soll ermittelt werden, was für eine Ausbildungsreife der Schüler in den nächsten zwei Schuljahren noch getan werden muss. Im Länderbericht heißt es dazu: „Ein solches Frühwarnsystem soll den Schulen ermöglichen, frühzeitig auf Stärken und Schwächen der Schülerinnen und Schüler reagieren zu können.“

In Mathematik sind die Ergebnisse der märkischen Achtklässler alarmierend schlecht und sogar noch schlechter als vor einem Jahr. Danach können 60 Prozent der Oberschüler (2015: 41 Prozent) und 40 Prozent der Gesamtschüler (2015: 32 Prozent) fast nichts, sind „unter Mindeststandard“ in diesem Fach, der schlechtesten Stufe der Fünfer-Skala. Zitat: „Hier fehlen ... basale Kenntnisse, um ein selbstbestimmtes und erfolgreiches Leben bestreiten zu können.“ Leuchttürme sind die Gymnasien, wo nur 4 Prozent der Schüler so wenig können.

In anderen Fächern sieht es nur wenig besser aus

In Berlin fallen 68 Prozent aller Achtklässler in diese Kategorie, wobei in dieser Zahl die Achtklässler der Gymnasien enthalten sind. Ergebnisse nach Schulformen sind für Berlin nicht veröffentlicht. Brandenburg wiederum, wo es drei Formen der weiterführenden Schule gibt, weist keine Gesamtergebnisse aller Schüler aus. Den „Regelstandard“, also das Ziel durchschnittlicher Mathe-Kompetenzen, schafft nach acht Schuljahren jedenfalls nur jeder zehnte Oberschüler und jeder zwanzigste Gesamtschüler.

Nur wenig besser sieht es in anderen Fächern aus. Zwar hat sich Brandenburg bei jüngsten Ländervergleichen in Deutsch und Englisch aus dem früheren Bereich der roten Laterne unter allen Bundesländern ins Mittelfeld vorgearbeitet. Doch auch hier sind die aktuellen Ergebnisse ernüchternd, drohen Rückschläge. In Deutsch können 39 Prozent der Oberschüler und 25 Prozent der Gesamtschüler nicht richtig schreiben, sind in Orthografie „unter Mindeststandard“, in Grundkursen beider Schulformen sogar mehr als jeder Zweite.

Besser läuft es nur im Hörverständnis

Beim Lesen schaffen 26 Prozent der Oberschüler und 17 Prozent der Gesamtschüler Minimalanforderungen nicht, in Grundkursen beider Schulformen sogar 40 bzw. 42 Prozent nicht. Und wer schon deutsche Texte kaum lesen kann, hat es in einer fremden Sprache noch schwerer.

Das rächt sich prompt im Englisch-Vergleichstest, bei dem Texte in der Fremdsprache gelesen und gehört wurden: Beim „Leseverstehen“ englischer Texte schneiden 38 Prozent der Oberschüler und 17 Prozent der Gesamtschüler „unter Mindeststandard“ ab, während an den Gymnasien 91 Prozent den Regelstandard schaffen. Besser sieht es im Hörverstehen aus: „Unter Mindeststandard“ sind 18 Prozent der Oberschüler und 8 Prozent Gesamtschüler dieser Altersgruppe.

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