Veranstalter ziehen positive Bilanz : Silvesterparty am Brandenburger Tor auch 2016

Nach der Party ist vor der Party. Die deutschlandweit größte Feier zum Jahresende funktioniert – trotz Terrorwarnungen und Kritik am Musikprogramm.

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Rund 200 000 Menschen zählte die Polizei am Tor, die Zahl beruht auf Schätzungen. Wie viele wirklich kommen, weiß niemand genau.
Rund 200 000 Menschen zählte die Polizei am Tor, die Zahl beruht auf Schätzungen. Wie viele wirklich kommen, weiß niemand genau.Foto: Wolfram Kastl/dpa

Die Kombination Brandenburger Tor, Feuerwerk, Livemusik, Silvester erweist sich als außerordentlich krisenfest: Nach der 21. Auflage, besucht von rund 200 000 Menschen, werde es sich sicher eine 22. geben, im bewährten Rahmen, sagt „Silvester in Berlin“-Sprecherin Anja Marx. The Show must go on, allen Terrorwarnungen und Taschenkontrollen zum Trotz.

Die Zugänge zur Festmeile wurden nach 22 Uhr vom Veranstalter geschlossen – die Polizei twitterte dazu „Volle Hütte“. Vorher hatte es eine Zeit lang so ausgesehen, als ob es diesmal gar nicht so voll werden würde. Der kalte Nieselregen könnte einige umgestimmt haben, munkelten Reporter, aber dafür kamen eben mehr Spätentschlossene aufs Gelände als in den Vorjahren.

Musik etwas aus der Mode? - egal

Kritik an den Bands – mit Boney M., Caught in the Act, BossHoss oder Die Prinzen waren nicht gerade die aktuellen Top Ten vertreten – kontert Marx trocken. Man habe „Partymusik“ geboten, und was könnte Silvester geeigneter sein? Die Gäste hätten das Musikprogramm „sehr gut angenommen“. Im vergangenen Jahr war David Hasselhoff aufgetreten, auch ein vielbelächelter Partyklassiker, der am Brandenburger Tor aber immer noch sein Publikum findet. Schließlich kosten die Oldie-Stars hier keinen Eintritt.

Die Band "Caught in the Act" war einmal eine große Nummer. Für die Silvesterparty am Tor reicht es immer noch.
Die Band "Caught in the Act" war einmal eine große Nummer. Für die Silvesterparty am Tor reicht es immer noch.Foto: Paul Zinken/dpa

Silvester am Brandenburger Tor ist nach 20 Jahren ein Klassiker, der aktiv als touristisches Großevent vermarktet wird, als „Party des Jahres“, „Event der Superlative“ und „eine der weltweit größten Silvester-Open-Air-Veranstaltungen“. Jedes Mal ist von einer Million Besuchern die Rede, doch bis auf die bombastische Jahrtausendwendefeier 2000 wurden so viele Menschen am Tor eigentlich nie gezählt.

In den 90er Jahren wurde auf dem Pariser Platz gefeiert

In den 90er Jahren wurde Silvester noch auf dem Pariser Platz gefeiert; damals erklärten Veranstalter und Polizei die Hütte schon bei 25 000 Menschen für ausgebucht. Wie viele Menschen letztlich kommen, hat auf den finanziellen Erfolg der Party kaum Einfluss. Die Sponsoren zahlen unabhängig von der Besuchermenge, sagt Marx.

In diesem Jahr kamen noch mehr Touristen als bisher. Für die rigiden Kontrollen hatten sie Verständnis, sagt Marx. „Die Menschen mussten länger warten, beschwert hat sich aber niemand.“ Zwischen 2 und 3 Uhr trat das Gros der Gäste den Heimweg an. Wenige Stunden später begann der Abbau der Bühnen: Das Tor musste für den Neujahrslauf freigemacht werden.

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