Berlin : Verbaut

Gerd Nowakowski

wundert sich über angebliche Grundrechte von Architekten Gibt es ein Recht des Architekten zu bauen? Peter Raue, der eloquente Anwalt und Mastermind der MoMA-Ausstellung will das glauben machen. Er hat sich für den Architekten Zumthor bis vors Bundesverfassungsgericht gekämpft. Es sei „empörend“ und „einzigartig in der Welt“, dass man einem Architekten nicht erlaube, seinen Entwurf zu Ende zu bringen. Das hat freilich Gründe. Der Senat hat den Vertrag für die Topographie des Terrors erst nach langem Streit gekündigt, weil die Kosten astronomisch gestiegen waren, Firmen über dem unbaubaren Werk Pleite gingen und Zumthor sich Änderungen verweigerte. Welcher Bauherr sollte nach dem millionenteuren Chaos nicht das Recht haben, es sich anders zu überlegen. Die Kündigung kam nicht zu früh, sie kam zu spät. Übrigens: Bei dem Bauwerk geht es um eine angemessene Präsentation der Topographie des Terrors, nicht um die Selbstverwirklichung eines Egozentrikers. In Spandau stehen seit Jahren die Türme eines unvollendeten Büro-Komplexes. Der Investor ging Konkurs. Der französische Star-Architekt hat freilich nicht gefordert, sein Werk zu Ende zu bauen.

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