Berlin : Verbrettert

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Von Andreas Conrad

Fast wäre uns dieses Jubiläum durch die Lappen gegangen: Seit fünf Jahren trennt im Kreuzberger Prinzenbad eine Spanische Wand Nackte von Bekleideten, wurde das frei einsehbare Nudistenidyll gegen jegliche Blicke der Badehosenfraktion verbrettert. Unser Versuch, dies fotografisch zu dokumentieren, löste damals einen Sturm im Badewasser aus, inklusive Polizeieinsatz und Beschlagnahme des Films - eine Lachnummer, wie man rückblickend sagen muss, doch zugleich erste Ankündigung heutiger Verhältnisse. Mittlerweile nämlich wird Fotografen und Reportern, die sich im Vorfeld einer Protestaktion gegen die Eintrittspreise mal umsehen wollen, der Zutritt von der Anstaltsleitung schroff verwehrt. Man habe die Rückendeckung der Bäderbetriebe, basta. Da fragt man sich, wann wohl der Nudistenzaun verlängert und ums ganze Areal gezogen wird. Auch ein Dach täte dann Not, um unbefugte Blicke von Balkonen und Hochbahn abzuwehren. Am besten, man baute das Prinzenbad gleich zum Hallenbad um.

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