• Verdacht auf Korruption in Charité-Klinik Münchner Staatsanwälte ermitteln seit 2003

Berlin : Verdacht auf Korruption in Charité-Klinik Münchner Staatsanwälte ermitteln seit 2003

-

Die Münchner Staatsanwaltschaft ermittelt wegen der Korruptionsvorwürfe gegen mehrere Ärzte in deutschen Transplantationszentren auch gegen Mitarbeiter der Charité. Im Juli vergangenen Jahres durchsuchte die Polizei, wie erst jetzt bekannt wurde, neben den anderen betroffenen Einrichtungen auch Räume der CharitéKlinik mit Schwerpunkt Nephrologie in Mitte. Die Auswertung der sichergestellten Akten dauere noch an, sagte der Sprecher der Münchner Staatsanwaltschaft, Anton Winkler, dem Tagesspiegel. Es sei schwierig nachzuweisen, dass tatsächlich Schmiergeldzahlungen von einer Pharmafirma geflossen seien.

Wie berichtet, ermitteln die Münchner Behörden seit dem vergangenen Jahr gegen mehrere Ärzte und ein japanisches Pharmaunternehmen. Die Firma soll den Medizinern unter anderem Schmiergelder gezahlt haben, die als Honorar für – tatsächlich nutzlose – Studien getarnt worden seien. Damit habe das Unternehmen erreichen wollen, dass nur das eigene Medikament zur Unterdrückung von Abstoßungsreaktionen nach Nieren- und Lebertransplantationen verabreicht wird. Inzwischen sei der Kreis der verdächtigten Mediziner bundesweit auf über 120 angewachsen, sagt Winkler.

Die Charité-Klinik arbeitet schon seit Jahren mit der verdächtigten Pharmafirma zusammen. Bei der Durchsuchung wurden Studien-Materialien aus dem Jahr 1995 sichergestellt.

Hans-Hellmut Neumayer, Direktor der betroffenen Charité-Klinik – gegen den nicht ermittelt wird – weist die Vorwürfe „als völlig unbegründet“ zurück. „Ich bin sicher, dass diese Ermittlungen bald eingestellt werden.“ I.B.

0 Kommentare

Neuester Kommentar