Berlin : Verdi rechnet weiter mit drastischen Einsparungen

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Auch nach dem Scheitern der Ampel-Koalitionsverhandlungen will die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi ihre Aktivitäten nicht einstellen und "die Fahnen einrollen". Man habe nicht das Gefühl, dass lediglich die FDP es verhindert habe, den "Haushalt sozial gerecht auszubalancieren", sagte die Verdi-Landeschefin Susanne Stumpenhusen. Man könne die Pläne zum hundertprozentigen Ausverkauf der Kindertagesstätten und der großflächigen Tarifflucht nicht nur den Liberalen anlasten. Auch die SPD sei dafür durchaus mitverantwortlich gewesen. Aus diesem Grund verspüre sie keine Erleichterung. Die Sparmaßnahmen seien noch nicht vom Tisch.

Stumpenhusen rechnet auch bei einer rot-roten Koalition mit drastischen Einsparungen im öffentlichen Dienst. Diese würden nicht nur die Beschäftigten betreffen, sondern auch die Bürger. Es werde spannend sein, welche Eckpunkte dann gesetzt werden. Vor allem das Vorhaben, den Mitarbeitern das Weihnachtsgeld zu streichen und Tariferhöhungen zu kürzen sowie 15 000 Stellen zu streichen, hatte die Gewerkschaft in der vergangenen Woche auf den Plan gerufen. Ebenso war die Absicht, sämtliche städtische Kitas in die Trägerschaft von privaten Anbietern zu überführen, auf scharfe Kritik gestoßen.

Für den heutigen Mittwoch ruft die Gewerkschaft zu einem Aktionstag auf. Zunächst finden am Vormittag im ICC die Personalversammlungen zweier Bezirksämter, Marzahn-Hellersdorf und Spandau, statt. Anschließend soll es dort gegen 13 Uhr eine Demonstration geben. Die Gewerkschaft rechnet dort mit rund 3000 Teilnehmern. Eine weitere Demonstration mit Kundgebung ist für den frühen Abend geplant. Auf zwei Routen vom S-Bahnhof Jannowitzbrücke und dem U-Bahnhof Mehringdamm wird es zum Gendarmenmarkt gehen. Dort findet um 19 Uhr die Abschlusskundgebung statt, auf der Verdi-Landeschefin Stumpenhusen, Christian Zahn vom Verdi-Bundesvorstand sowie Burkhard Entrup vom Landeselternausschuss Berliner Kindertagesstätten reden werden.

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