Berlin : Verdünnt

Bernd Matthies

rät der BVG zum vorsichtigen Feiern In diesen schweren Zeiten ist Mitarbeitermotivation praktisch alles. Die Leute hängen herum, fühlen sich nicht ernst genommen, haben Angst vor Entlassung oder Arbeitszeitverlängerung. Deshalb ist es beispielhaft, dass die BVG ihren Marketing-Leuten – und später womöglich allen Mitarbeitern – einen Tag Sonderurlaub spendiert. Denn sie haben etwas Erstaunliches in die Wege geleitet: Die Beschneidung und Verschlankung des Liniennetzes ist durch allerhand Metro-Tralala zu einem beispielhaften Erfolg geworden.

Jedenfalls, solange es nur auf dem Papier stand. Jetzt allerdings stehen die Leute auf der Straße, kriegen kalte Füße und entdecken, dass sie verklappst worden sind. Unsere Leser haben in wenigen Tagen eine Fülle von Problemen aufgedeckt, die einen einfachen Verdacht bestätigen: Zumindest in den Außenbezirken, dort, wo die angeblich so rasanten Metrolinien nicht stattfinden, ist das Liniennetz auf oft homöopathische Konzentration verdünnt worden.

Das spricht sich herum. Wir raten deshalb den glücklichen BVG-Mitarbeitern zur Vorsicht: Könnte sein, dass der freie Tag bald nachgearbeitet werden muss.

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