Berlin : Verführung nicht ausgeschlossen

„Sex and the City“-Star Sarah Jessica Parker stellt eine Kinoromanze vor, aber ist Mode nicht wichtiger?

Ariane Bemmer

Sarah Jessica Parker kommt mit einem neuen Film ins Kino. Es ist der zweite nach „Sex and the City“, der Serie, die sie berühmt machte. Gestern war sie in Berlin, um dafür Werbung zu machen.

Sie ist pünktlich, klein und knochig. Ein schwarzes Stirnband hält ihre Haare zurück. Sie trägt Sandalen mit irrsinnig hohen Absätzen, ein dunkles sackartiges Kleid mit großen goldglänzenden Paillettenamöben. Sie findet, das passe zu Berlin. Warum das? Sie legt den Kopf schief und lächelt umwerfend. Don’t know.

Der Film also. „Zum Ausziehen verführt“. Eine romantische Komödie. Sie findet, es werden zu wenig romantische Komödien gedreht. Besonders mit Frauen in ihrem Alter. Sarah Jessica Parker ist 40. Ende März wird sie 41. Was bedeutet ihr das Alter? Sie guckt konzentriert, die blauen Augen werden noch blauer, dann legt sie den Kopf schief und lächelt umwerfend. Nein, Alter bedeute ihr nichts.

Der Plot: Die Eltern von Tripp (Matthew McConaughey) wollen, dass ihr 35-jähriger Sohn auszieht. Sie engagieren Paula (Sarah Jessica Parker), die verspricht, eben dies innerhalb kurzer Zeit hinzukriegen. Dann verlieben Paula und Tripp sich, und Tripp ist böse, als er rauskriegt, dass Paula von seinen Eltern bezahlt wird. Dann gibt es ein Happy End. Das ist romantisch. Und ziemlich platt.

Warum dieser Film? Sarah Jessica Parker, Kind einer zehnköpfigen Familie, verheiratet mit Matthew Broderick, Mutter eines dreieinhalbjährigen Sohnes, hat dutzende Filme gemacht, darunter „Ed Wood“ und „Mars Attacks!“, sie hat Theater gespielt, sie ist Multimillionärin. Oh, sagt sie und strahlt. Es gab viele Gründe. Der Film sei witzig und romantisch und Matthew McConaughey ein feiner Kerl. Eine Ohrfeige? Es heißt, die beiden hätten sich nicht ausstehen können.

Von den Modejournalisten wird sie nach Mode gefragt. Ihr Style? Was soll man unbedingt tragen, was auf keinen Fall. Sie muss das doch wissen. „Sex and the City“ war eine Art Stylefabrik. Sie sagt, sie habe keine Regeln. Solle doch jeder anziehen, was ihm gefällt. Sie wird diese Fragen vermutlich nie wieder los werden. Dabei will sie dazu am liebsten gar nichts sagen. „I am sorry!“, ruft sie, als sie die traurigen Gesichter der Modejournalisten sieht. Sie sagt, sie interessiere sich für Kunst. Irgendeinen besonderen Künstler? Keinen besonderen, sagt sie. Hätte sie einen genannt, er wäre vermutlich morgen ausverkauft. So ging das auch mit Schuhen, Kleider, Accessoires, die sie in „Sex and the City“ trug.

Ihren Tag in Berlin hat sie im Hotel Adlon verbracht. Sie war zum ersten Mal hier. Sie sagt: Die Stadt habe so hübsch ausgesehen am Morgen, als überall Schnee lag. Sie lächelt. „I like snow.“

„Zum Ausziehen verführt“ läuft am 16. März in den Kinos an

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