Berlin : Vergabe von Millionenauftrag lief wie geschmiert

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Wegen Korruptionsverdacht bei einem Millionenprojekt muss sich seit Mittwoch ein Abteilungsleiter des ostdeutschen Energieversorgers VEAG vor einem Berliner Amtsgericht verantworten. Der 59-jährige Elektroingenieur soll das Unternehmen „ABB Kraftwerksleittechnik“ bei der Vergabe der Sanierung des von VEAG betriebenen Kraftwerkes Boxberg bei Cottbus bevorzugt haben. Im Gegenzug soll der Bau seines Hauses mit mehreren hunderttausend Euro unterstützt worden sein. Zur Verdeckung der Zahlungen sei laut Anklage eine weitere Firma eingebunden gewesen. Der Abteilungsleiter im Vorruhestand hat die Vorwürfe zu Beginn des Prozesses zurückgewiesen. Der von der Anklage unterstellte Zusammenhang zwischen dem Firmenprojekt und seinem Privathaus in Berlin-Kladow „ist absolut falsch“, erklärte der Ingenieur. Es habe sich um ein ganz normales Vergabeverfahren gehandelt. Der Auftrag für die Sanierung Anfang der 90er Jahre soll ein Volumen von über 70 Millionen Euro gehabt haben.

Nach Aussagen des Abteilungsleiters sei es bei seinen zahlreichen Kontakten zu Firmen auch zu „verdeckten Angeboten“ gekommen. Er habe solche Offerten immer schon im Ansatz abgeblockt. Die Firma ABB sei von vornherein der Wunschpartner der VEAG gewesen, nur zu teuer, erklärte der Ingenieur.

Wie auch in anderen Fällen in der Vergangenheit habe er nur darauf hingewiesen, dass ABB seinen Preis drücken müsse. „Da gab es überhaupt nichts Krummes“, erklärte der Angeklagte weiter. Das Haus in Berlin sei für ihn damals überhaupt kein Thema gewesen. dpa

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