Berlin : Vergrault die BVG Berlin-Besucher?

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DIE AKTUELLE FRAGE

HANNS PETER NERGER

ist seit dem 1. Oktober 1993 der Chef der Berlin

Tourismus Marketing Gesellschaft (BTM). Nerger, Jahrgang 1947, kommt aus dem

hessischen Kronberg.

Foto: dpa

Die Berlin Tourismus Marketing GmbH hat der BVG vorgeworfen, ausländische Touristen in Berlin bei Fahrscheinkontrollen zu scharf und zu rüde zu behandeln. Die Zahl der Beschwerden sei stark gestiegen. Jörn Hasselmann sprach darüber mit BTMGeschäftsführer Hanns Peter Nerger.

Wie viele Touristen haben sich denn beschwert?

Wir haben in etwa drei Wochen zehn Briefe von Touristen bekommen. Das ist eine massive Steigerung. So etwas haben wir noch nie erlebt.

Schildern Sie mal ein Beispiel.

Neun Touristen aus Barcelona kaufen auf dem Potsdamer Bahnhof Tickets und fragen Kontrolleure, die auf dem Bahnsteig stehen, ob der Zug nach Berlin fährt. Die Kontrolleure sagen ja, lassen die beiden Familien einsteigen und wollen dann neun mal 40 Euro haben. Denn die Spanier wussten nicht, dass Sie ihre Fahrscheine entwerten müssen. Die wurden geradezu in die Falle gelockt.

Gibt es mehr Beschweren über die BVG oder die S-Bahn?

Vor allem über die BVG, ganz klar.

Woran liegt das?

Früher hatte die BVG wohl eigenes Personal, jetzt kontrolliert eine private Firma. Und die haben wohl höherere Erfolgszahlen als Vorgabe bekommen. Denen fehlt offensichtlich jegliches Fingerspitzengefühl. Und die fehlenden Englisch-Kenntnisse sind auch ein großes Potenzial für Ärger und Missverständnisse.

Ist das Fahrscheinsystem zu kompliziert?

Das ist deutschlandweit zu kompliziert, aber das ist hier nicht so entscheidend. Am besten wären aber einheitliche Regelungen in Deutschland.

Wirken sich solche Eindrücke auf den Tourismus aus? Was tun Sie?

Wir leiten jeden Beschwerdebrief an die BVG weiter. Und ich habe die BVG aufgefordert, mehr Kulanz walten zu lassen. Sonst könnten Touristen vergrault werden.

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