Berlin : Verhaltene Bilanz: Wetterkapriolen ärgern Händler

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Kurz vor Ende des Winterschlussverkaufs an diesem Wochenende ziehen die Berliner Händler eine eher verhaltene Bilanz der Wühltisch-Saison. Während sich im KaDeWe am Donnerstag noch die Winterkleidung im Lager türmte, hält man bei der Händlergemeinschaft AG City den WSV gar für ein überholtes Auslaufmodell.

"Der Schlussverkauf lief in diesem Jahr sehr durchwachsen", sagt KaDeWe-Geschäftsführer Ulrich Schmidt. Vor allem durch die Wetterkapriolen der vergangenen Tage habe der Absatz von Winterware sehr geschwankt. "Am Montag haben uns Schnee und Eis das Geschäft verdorben, und wegen der danach eingetretenen Frühlingstemperaturen will niemand mehr unsere Winterware kaufen", klagt Schmidt. Gut gelaufen seien lediglich Übergangsartikel wie Röcke, Hosen und Hemden. "Insgesamt wird der Umsatz dieses Jahr wohl leicht unter dem des vergangenen Jahres bleiben." Genaue Zahlen will Schmidt, ebenso wie seine Kollegen von der Konkurrenz, aber nicht nennen.

Für Eva Degünther, Managerin der AG City, hat sich das Modell des klassischen Winterschlussverkaufes inzwischen einfach "totgelaufen", wie sie sagt. In diesem Jahr seien in fast allen Geschäften der City West die Umsätze deutlich hinter denen der vergangenen Jahre zurückgeblieben. Ursache sei eine Trendwende im Kaufverhalten. "Es reicht einfach nicht mehr, die Preise zu senken", sagt sie. Zumal viele Geschäfte schon vor Weihnachten ihre Winterware für die Hälfte des ursprünglichen Preises angeboten hätten. "Um den WSV wieder attraktiver zu machen, müsste das Einkaufen wieder mehr zu einem besonderen Erlebnis werden", sagt Degünther. Sei es durch ein kulturelles Rahmenprogramm, durch längere Öffnungszeiten während des Schlussverkaufs - oder einfach durch einen Gratis-Champagner, der die Kunden an die Wühltische lockt.

Die Sprecherin der Galeries Lafayette hingegen, Cornelia Seidel, zeigte sich mit dem bisherigen Schlussverkauf sehr zufrieden. "Gerade bei den Wintermänteln haben die Kunden in den vergangenen Tagen noch einmal richtig zugeschlagen", sagt sie. Jetzt sei der Platz frei für neue Sommerware. Sollte das warme Wetter allerdings anhalten, befürchtet auch sie einen spürbaren Umsatzrückgang zum Wochenende.

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