Berlin : Verhüt’s Gott!

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VON TAG ZU TAG

David Ensikat über den sexuellen Leistungsdruck an unseren Schulen

Mein Sohn ist sieben und sagte neulich dies: Da steht was bei uns in der Schule an der Wand vom Klo. – Was denn? – Sag ich nicht. – Ach komm, sag schon. Wird nicht so schlimm sein. – Doch, isses. – Na, sag’s trotzdem. – Da steht… also, naja, na da steht Sex auf dem Klo. Der Leopold hat’s mir gezeigt, aber Leopold weiß gar nicht, was das ist, Sex. – Weißt du’s denn? – Klar.

Mein Sohn von sieben Jahren sagt also, er wisse, was Sex ist (das hat mich in der Situation einigermaßen erleichtert, ich war auf Aufklärung gerade nicht eingestellt), und er meint, Sex sei was Schlimmes (das stimmt einerseits nachdenklich, andererseits fragt man sich, ob man das schon jetzt geradebiegen muss, und ob das überhaupt Sache der Eltern ist).

Sie fangen jetzt an, in Berliner Schulen Kondomautomaten aufzuhängen. Aufgeklärt und freigeistig halten wir das natürlich für eine großartige Sache – Verhütung, Safer Sex und all das. Andererseits gibt es ja noch die Katholische Kirche. Die sagt, die Automaten steigerten den Leistungsdruck, früh Sex zu haben. Hm, auch wahr. Aufgeklärt und freigeistig halten wir von Leistungsdruck natürlich gar nichts. Könnte man da nicht Schilder über die Automaten hängen: Wer Sex für was Schlimmes hält oder anderweitig noch keine(n) abbekommen hat, darf auch Kondome kaufen. Man kann sie aufblasen oder mit Wasser füllen und auch so viel Spaß damit haben. Meinem Sohn jedenfalls werde ich das ins Ohr flüstern, sobald er mir was von diesem neuen Leistungsdruck erzählt.

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